Donnerstag, 15. Juli 2010

 
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Vom Dach der Welt nach Kirgistan...

Vor fast 3 Wochen sassen wir in Khorog und haben die letzten Zeilen unseres Blogs geschrieben. Und heute sind wir tatsächlich in Osh / Kirgistan angekommen: Auf dem Landweg. Lange haben wir gezögert und gehadert, ob wir das Risiko bei dieser unsicheren Lage in Kirgistan eingehen sollen. Aber die Meldungen der letzten Tage von hiessigen NGO`S bzw. Mitreisenden hat uns dann doch von der Machbarkeit überzeugt. Die Strassen in Osh sind ausgestorben, die meisten Läden ausgebrannt, mit Brettern zugenagelt. Der Ortseingang wird vom Militär überwacht -aber es ist ruhig. Wir gehen nachher nur schnell schauen, ob irgendwo eine Chaikhana offen ist- eine Teestube, wo man eine Kleinigkeit essen kann- falls nicht, wir haben uns im Vorfeld mit Nudelsuppen eingedeckt und morgen früh geht es direkt weiter nach Bishkek.
Mal wieder der Reihe nach: 39 Tage Tajikistan sind heute leider zu Ende gegangen. Mit Abstand der beeindruckenste Teil unserer Reise! An dieser Stelle schon vorab liebe Grüsse an Thomas und Sabine: Ihr habt die richtige Entscheidung getroffen! Bei diesen Strassenverhältnissen wärt ihr mit dem Truck nicht durchgekommen.
Am Anfang der 39 Tage war das Fan-Gebirge: Unzählige türkisblaue Seen, Bergriesen von über 5000m Höhe, verwunschene Wälder- wo wir jeden Moment mit dem Erscheinen von Hobbits und Feen gerechnet haben, große und kleine kristallklare Gebirgsbäche, die schönsten Campingplätze, Hirten , die uns mit frisch gebackenen Fladenbrot und Kefir gefüttert haben, geschunden Füsse und Sonnenbrand vom Wandern, 2 neue Freunde „ Hungry und Hungrier“- 2 kleine Esel, die unser Gepäck bergauf und bergab dank Bestechungsgeld in Form von Keksen getragen haben, tausende von blühenden Hochbirgsblumen und Bettwanzen, die mit uns in einem Homestay im gleichen Bett übernachtet haben. Die 12 Tage waren furchtbar schnell vorbei und das Hauptziel- der Pamir- lag immer noch vor uns.
Unsere Weiterfahrt nach Dushanbe wurde abrupt unterbrochen: 3 Autolängen vor uns hatte ein riessiger Erdrutsch die Strasse versperrt. Gott sei dank gab es keine Verletzte. Beim Versuch die Schlammmassen zu über bzw. zu durchqueren waren wir wie alle anderen inital natürlich steckengeblieben und wurden anschliessend von einem 4 WD rausgezogen. Kaum hatten wir den ersten Geröllberg hinter uns lag der 2. bereits vor uns. Mittlerweile hatten wir unsere Rucksäcke aus dem Auto geholt und uns mit dem Gedanken angefreundet, zu Fuss über die Erdrutsche Richtung Dushanbe weiterzukommen. Immer wieder erfolgte bei Nieselregen der skeptische Blick hinauf zu den Bergen. Wo innerhalb 500m insgesamt 3 grosse Erdrutsche in den letzten 45 min heruntergekommen waren konnte jederzeit der nächste folgen!
Unser Fahrer war einmalig: Mit einem Opel Astra Kombi und Anlauf fuhr er in die Gerölllawinen hinein und wurde irgendwie auf der anderen Seite wieder herausgezogen. Wir mussten letzten Endes nicht nach Dushanbe laufen, auch wenn der Opel nach dem 3. Attentat auf das Getriebe unschöne Geräusche von sich gab. Dies war dann auch die erste und einzige Strecke in Tajikistan, die wir nicht in einem Jeep zurückgelegt haben. Von Dushanbe aus ging es nach Kuljab, von wo aus wir dann auf der tajikischen Seite entlang des Pyanj Flusses die gesamte nordöstliche afghanische Grenze gesehen haben. Afghanistan war zum Teil zum Greifen nah: Hirten und Kinder die uns gewunken haben und idyllische Dörfer direkt in die Felswände gebaut, km lange Steinpfade in steile Klippen gehauen und an einer Stelle ein Bautrupp, der einen solchen Steinpfad gerade erweiterte. Kaum zu glauben, dass Kundus, Faizabad und Kriegsgetümmel weniger als 100 km entfernt lagen. Die Strassen waren meistens nur Schotterpisten mit Schlaglöchern , größer als „Fussballfelder“ ( wir haben noch kein einziges Spiel der WM gesehen !!!!!!), Steinbrocken - grösser als Bierkästen und manch eine Brücke einfach von Schlammmassen weggerissen oder erst gar nicht existent, so daß Tajikistan bei uns als Land der Flußdurchquerungen eingegangen ist.
Via Khaleikhum ging es weiter nach Khorog- dem Tor zum Pamir. Noch immer sind wir mit Marc dem Australier unterwegs und in Khorog haben wir dann auch Ralf, Ricki und Danielle, die wir schon aus Samarkand kannten und mit denen wir bereits ins Fergana-Tal gereist waren, wiedergetroffen. Den Wakhan Korridor haben wir dann lachend zu sechst im Landcruiser verbracht. Nach 4 Tagen Wakhan Tal mit all seinen heissen Quellen, Ruinen und Petroglyphen hieß es erstmal am Bulunkul See wieder Abschied nehmen von den 3 Anderen- die wir aber sicher in Kirgistan wiedersehen werden.
Für uns hieß es dann ab Bachor mit 1 PS pro Person motorisiert, die nächsten 4 Tage Richtung Alichur entlang des Yashykul Sees zu rei(s)ten. Samt Packpferd, 3 Monat altem Fohlen und 2 Guides ging es immer höher bis zur Schneegrenze hinauf. Der höchste Pass lag bei 4300 m mit gigantischem Blick über die Hochebene. Die Anzahl der Flußdurchquerungen mit z.T. pferdebauchtiefe Stromschnellen haben wir in diesen 4 Tagen auf runde 20 geschätzt, die kleinen Bachläufe nicht mitgezählt. Am ersten Tag ging es durch ein grünes wildes Tal, wo wir am Abend am Fuße eines Bergriesen gezeltet haben. Die Trittsicherheit der tajikischen Pferde läßt einem das Herz in Anbetracht der Steilhänge und Geröllpisten die wir am 2. Tag überquert haben im wahrsten Sinne des Wortes höher schlagen... Belohnt wurden wir am Abend mit den schönsten Sonnenuntergängen und Tüten-Nudelsuppe, eissigen Nächten bei Minustemperaturen im Zelt und heißem Kaffee und Nudelsuppe am Morgen, bevor es dann wieder für 8 Stunden in den Sattel ging. ;-))) Andreas und Marc haben sich als Nicht- Reiter tapfer geschlagen und sicherlich ein Reitabzeichen verdient;-)) Kein Sturz - keine sonstigen Blessuren- und Muskelkater gabs auch beim Wandern- vielleicht nicht ganz so „Po“-betont ;-))
Insgesamt haben wir knapp 90 km entlang des Pamir Highways zu Pferd durch seine Seitentäler zürückgelegt, bevor wir müde aber gut gelaunt in Alichur angekommen sind. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht- an manchen Tagen fahren nur 5 Fahrzeuge durch den Ort. Wir hatten mal wieder Glück- wie sooft bisher: Eine halbe Stunde nach Ankunft konnten wir ein Auto Richtung Murghab anhalten, dass auch noch 3 Plätze frei hatte! Die letzten Tage in Murghab vergingen schnell. Die nach wie vor unklare Situationin Kirgistan mit Meldungen von über 2000 Toten rund um Osh und 400000 Flüchtlingen in den Grenzgebieten bereitete uns große Sorge. Internetzugang hatten wir im Pamir nicht mehr, sodaß wir auf Fremdrecherchen angewiesen waren. Die Infos waren zum Teil sehr unterschiedlich, sodaß wir beschlossen hatten, unser tajikisches Visum bis zum Schluss auszureizen um größtmöglichen Abstand zum Tag des Referendum mit erwarteten erneuten Ausschreitungen am 26.6. zu bekommen. Zusammen mit einem 2. Australier sind wir dann in den Ost Pamir aufgebrochen- ein Gebiet, in daß sich nur wenige Touristen verlaufen bzw. verfahren....Am 1. Tag entlang des Rangkul Sees wurden wir beim Überqueren des Hochpasses mit den ersten Marco Polo Schafen (...vom Aussterben bedroht) belohnt. Am Mittag gab es dann die Begegnung der besonderen Art, wie der ein oder andere vielleicht schon anhand der Bilder festgestellt hat. Von Weitem sah man bereits auf einer Weide eine kleine Menschenansammlung. Beim Nähern konnten wir dann die frisch geschlachtetetn Yaks erkennen. Mit strahlenden Gesichtern und blutigem Handschlag wurden wir begrüßt. Spielende Kinder, deren größte Freude darin bestand, auf den Mägen der Yaks zu trommeln. Männer, die mit Äxten die Grobarbeit geleistet haben, während die Frauen anatomisch korrekt, Schicht für Schicht die Eingeweide durchtrennten. Anschließend wurden die überdimensionierten Fleischportionen nicht ganz kühlkettengerecht in einen Mini Bus verfrachtet, um sie nach Murghab auf den Markt zu fahren...Nachdem das letzte Yakhaar zur Weiterverwertung von der Weide aufgesammelt war wurden wir zum Tee eingeladen: Einfache Lehmstube, 1 Holzofen, Kissen auf dem Boden, im Schneidersitz an der Wand angelehnt, ein Tischtuch in der Mitte ausgebreitet, frisches Fladenbrot- vom Hausherr in Stücke gerissen- wird einem vor den Schoss gelegt, die gefüllten Teetassen werden einem gereicht, dabei die freie Hand zum Herzen geführt und sich leicht nach vorne gebeugt. Frischer Kaymak, eine dicke Creme aus Yakmilch, sowie Kefir und Zucker werden in die Mitte gestellt und nach etwa einer Stunde ist die Teeceremonie beendet. Man verabschiedet sich, wieder mit einer leichten Verbeugung, die Hand zum Herzen geführt, verläßt ein Haus, dessen Uhrwerk so ganz anders tickt als das eigene und man troz aller Verständigungsschwierigkeiten ein solch herzliches Willkommen erlebt.. Wir werden gebeten 2 Frauen mit in das nächste Tal zu nehmen- den beschwerlichen Fußweg von über 20 km an diesem Mittag können wir ihnen gerne ersparen. In dem kleinen Seitental angekommen erfahren wir, dass wir unbewußt die nichtmarkierte Grenze nach China überfahren haben und somit einen ungeplanten vorzeitigen Tagesausflug nach China hatten! Auch hier werden wir wieder herzlichst zum Tee eingeladen: Nebst dem erwähnten Kaymak werden diesmal frische Forellen dazugereicht- mehr als lecker! Am Abend erreichen wir den kleinen Ort Shaimak. In einem Homestay können wir übernachten. In einem Zimmer werden dünne Matrazen auf dem Fußboden ausgerollt, man bekommt ein Kissen, den Schlafsack hat man selbst im Gepäck. Ein Verschlag, meist 50 m vom Haus entfernt, beinhaltet ein Plumpsklo, „Duschen“ sind meist gar nicht vorhanden. Wenn man Glück hat gibt es irgendwo ein Raum mit einem Wasserfass samt Kelle, und bei richtigem Luxus manchmal warmes Wasser, daß dann extra für uns erhitzt wird. An diesem Abend hatten wir Luxus pur: 10km weiter -eigentlich im Sperrgebiet zwischen China-Tajikistan und Afghanistan- konnten wir die Grenzbeamten bestechen und durften zu den dortigen heissen Quellen fahren- mit freiem Blick aufs Dreiländereck!!! Am nächsten Morgen gabs Gaudi pur: Nachdem wir ja bereits Pferde gezähmt hatten, hatten wir uns nun in den Kopf gesetzt, wie die Kirgisen, Yaks zu bändigen. Gesagt - getan: Die Bauern haben nicht minder gelacht und sich über ihr kleines Zubrot gefreut. Marcs Yak ging gleich mal durch und er landete in hohem Bogen im satten Wiesengrün, keine Sekunde später küsste Andreas den Boden und Andrews Yak rannte schnurstracks zur Herde zurück. Dass ich nicht vor lauter Lachen samt Kamera auch noch unfreiwillig vom Yak gepurzelt bin, hätte gerade noch gefehlt...!!! Nach einer halben Stunde waren wir Meister im Yaklenken und haben uns wirklich halb totgelacht. Danach ging es per Jeep weiter ins nächste Tal, über den nächsten 4000der Pass, entlang einer Hochebene, vorbei an einzelnen Jurten und Yakherden. Strassen gibt es in diesem Sinne nicht: Vereinzelte Fahrspuren geben einem wage die Richtung an, den Rest meistert der Fahrer anhand des Bergreliefs und Bachverläufe- Off Road pur! Am Abend schlafen wir in einem ehemaligen sowjetischen Jagdcamp, dessen Umgebung mit unzähligen Hörnern von Marco Polo Schafen übersäht ist......Als wir am nächsten Morgen zurück nach Murghab aufbrechen wollten, erzählt uns ein Hirte so ganz nebenbei, dass er vor 3 Tagen schon einmal Touristen getroffen hätte. Ein Unfall- mehr war initial auf Grund der doch erheblichen Sprachschwierigkeiten nicht zu verstehen. Nach 20 minütigem Nachfragen erscheint uns das Geschilderte so suspekt, dass wir beschliessen, in das genannte Tal zu fahren um nachzusehen, ob jemand Hilfe braucht. Soweit wir den Hirten verstanden hatten, wären dort 2 Touristen mit ihrem Auto in einem Flußbett steckengeblieben und würden dort nicht mehr rauskommen. Nach 2 Stunden Fahrzeit hatten wir langsam Zweifel. Das Terrain war mehr als schlecht, sodaß wir selbst beinahe 2x in einem Flußbett bzw. Schlammloch steckengeblieben waren. Wir waren kurz davor, unserem Fahrer zu sagen, daß wir umkehren wollten, als wir einen roten Iveco in einem Flußlauf entdeckten. Das Schweiz-Deutsche Pärchen kannten wir schon von Khorog- und die Freude war mehr als groß....!!! Nach geglückter Abschleppaktion ging es dann mit nur noch bedingt fahrtauglichem Iveco im Konvoi zurück nach Khorog, wo dann am Abend das ein oder andere Baltika vernichtet wurde....;-))
Erneut galt es am nächsten Morgen alle Informationen bezüglich Kirgistan und Osh zusammenzutragen-unzählige Telefonate später stand dann der Entschluss fest, daß wir den Weg durch Südkirgistan riskieren. Die erste Etappe sollte uns an den Karakol See bringen, den höchstgelegensten Sees Zentralasiens. Dass man in dieser Höhe von Mosquitos regelrecht attakiert wird stand leider nirgendwo im Reiseführer ;-( . Wiedereinmal stand ein Tag mit Grenzübergang an und wiedereinmal durften wir unsere Rucksäcke komplett entleeren. Mitten im Nirgendwo- einer Baustelle gleich- stand ein alter, verrosteter Container. Hätte unser Fahrer nicht angehalten und unsere Pässe verlangt, wir hätten nicht bemerkt , daß wir gerade im Begriff waren aus Tajikistan herauszufahren. Viele Stunden später und einige km weiter konnten wir dann endlich kirgisischen Boden betreten- wir sind gespannt!!??

Dienstag, 13. Juli 2010

Tajikistan 2

https://photos.app.goo.gl/4RGw0ZBJCUrMOYhi1

Montag, 21. Juni 2010

Langsam zum Dach der Welt....

Die Zeit vergeht rasend schnell..mittlerweile sitzten wir in einem kleinen Provinznest namens Khorog, die Tastatur ist alleruebelst, sprich: Die Tasten klemmen und die Buchstaben sind nicht mehr zu erkennen und somit wird der BErciht nicht ganz so fein sauberlich sein , als wenn ich ihn auf unserem Laptop geschriebn haette..
Der Grenzuebertritt nach Tajikistan aus dem Fergana Tal in Uzbekistan war Gott sei dank unkompliziert. Auch davor hatten wir wieder fast schlaflose NAechte. In Uzbekistan muss man fuer jede Uebernachtung registriert werden und bekommt dafuer einen kleinen Zettel in den Pass geklebt. Wir hatten jedoch das ein oder andere Mal im Truck von Thomas und Sabine uebernachtet, sodass eben unsere Registrierung unvollstaendig war. Desweiteren hatten wir unserer Dollar Cash Reserven in Tashkent aufgefuellt und auch dass ist quasi illegal- man darf nicht mehr Devisen aus dem Land ausfuehren als man bei der Einreise in der Zolldeklaration angegeben hatte. Wuerde man uns also komplett checken- was eben sonst haeufig der Fall ist- wuerden wir doppelt gegen uzbekisches Recht verstossen und haetten ein richtiges Problem. Aber wie schon erwaehnt- mit einem Laecheln bewaffnet konnten wir den Grenzbeamten mehr auf unserer Kameraausruestung lenken als auf unsere Paesse oder gar unsere Geldverstecke. In Tajikistan angekommen ging es via Mashrutka ins naechste Dorf und von dort weiter nach Khojand. Zwischendrin wurde mitten im Nirgendwo angehalten um uns schwarz uzbekische Somoni, die man eigentlich auch nicht haette ausfuehren duerfen in tajikische Som zu wechseln.In Khojand mussten wir uns wieder registrieren was mehr als einen Tag und eine Geschichte fuer sich konsumierte. Mittlerweile reisen wir zu dritt , ein Australier namens Mark hat die gleiche Route und so drittelt sich jeder Preis fuer die zahlreichen Mietjeeps durch das Land, da oeffentliche Verkehrsmittel nur noch bedingt verfuegbar sind. Mit Stop in Istavarashan ging das Abenteuer Tajikistan los.Am Morgen Fussmarsch zum @Maschina Bazaar@ um einen Jeep nach Penjikent im Fangebirge zu mieten. Unsere Russisch- und Tajik Kenntnisse wachsen von Tag zu Tag ....und als wir uns ueber den Preis einig waren und das Auto gepackt war freuten wir uns darauf, dass endlich die Berge naeher kommen sollten. Keine 15 min spaeter, wir standen noch am Bazaar, hatte sich bei wohl bemerkt gepacktem Auto, der Preis ploetzlich vervierfacht- also alles wieder auspacken, nachfolgend Menschenansammlung und erneute Diskussion uber den Preis bis uns schliesslich ein Dritter den von uns vorgeschlagenen Preis gewaehrte. 5 min spaeter standen wir vor einem uralten grashuepfergruenen Lada Niva!Der solle uns ueber den 1. Pass bringen- wohl kaum. Aber bei fehlender Alternative stiegen wir in das Gefaehrt mit immerhin 4 Raedern ein. Erstaunlich bequem ging die Fahrt durch gruene Huegel, Schafsherden und kleinen Doefern in Richtung schneebedeckte Berge. Die Strasse, oder besser die Piste nicht geteert, Steinbrocken , Schlagloecher, Wasserpfuetzen so gross wie Mini-Seen sollten uns nun begleiten. Der kleine Lada schlug sich tapfer und wir kamen dem Gipfel immer naeher. Links von uns hunderte von Meter steiler Abhang, am Boden unzaehlige Autowracks , die irgendwann den Gipfel nicht erreicht hatten und bei maximaler Spurbreite von z.T. 3-4 m und Gegenverkehr unglueckseelig in die Tiefe gestuerzt sind.Haarestraeubend!Als der Griff des Fahrers zum klingenden Handy ging, war es mit der Fassung vorbei. Links der Steile Abhang, an dem man im wahrsten Sinne des Wortes im Schlamm und Schneematsch entlangschlitterte und rechts die Lawinenreste und dann einhaendig fahren?? Mein Protest in entsprechender Lautstaerke hat er dann auch in deutsch verstanden und die Wieterfahrt verlief ohne Telefonate. Die Strasse nach dem Pass war durch Regen und Nebel fast nicht zu sehen, so dass wir uns nur langsam wieder dem Tal naeherten. Die Strasse wurde im Verlauf etwas breiter und durfte auch wieder Strasse genannt werden als vor uns Nomaden mit ihrer Schafsherde auftauchten. Die Herde versperrte die gesamte Strasse sodass wir ausstiegen und mit ihnen den Berg hinunterliefen bis irgendwann unser kleine gruener Lada ueberholen konnte.Nach 8 Stunden erreichten wir muede Penjikent. Bei leckerem Laghman, einer dicken Nudelsuppe mit Lammfleisch und frischen Lammshashlik samt kaltem Bier am Abend wurden die Plaene fuer die naechsten Tage geschmiedet- irgendwie Transport ins Murgozur Tal zu den 7 Seen organsieren, Vorraete zum Trekken und Campen aufstocken und Trekkingroute planen......Fortsetzung folgt... mit durch Erdrutsche versperrten Strassen und abenteurliche Fahrt entlang der gesamten afghanischen Grenze ab Kuljab bis Kaleikhum und weiter nach Khorog...
Morgen geht es weiter in den Wakhan Korridor im tajikisch-afghanischen Grenzgebiet. Am Samstag beginnt fuer uns ein 5 taegiger Trek per Pferd durch das pamirische Hochgebirge uber 4000m zum Sashykul See...und dann geht es weiter nach Murghab. Unser groesstes Problem: Kirgistan. Wir steuern direkt auf OSH zu , die Grenzen sind z. Teil geschlossen und wir haben nur noch bis zum 10.7. ein gueltiges tajikisches Visum . Notfalls mueesen wir in 3 Tagen den gesamten Weg, mehr als 1000km Buckelpiste zurueck nach Dushanbe und nach Bishkek oder Urumqui um nach China zu fliegen.... wir werden sehen.

Montag, 14. Juni 2010

Tajikistan

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Usbekistan

https://photos.app.goo.gl/Dq9DE2vdE26JOd3B2

Donnerstag, 27. Mai 2010

Kulturschock Uzbekistan ???????

Wenn man Uzbekistan hört, fallen einem mehr oder weniger viele Dinge und Namen dazu ein. Für uns hieß Uzbekistan: Seidenstraße, Samarkand, Bukhara, ausgetrockneter Aralsee mit gestrandeten Schiffen – und wir dachten: Kaum Touristen.
Der Anfang hat gestimmt, die Anzahl der Touristen nicht!
Aber mal wieder der Reihe nach: Im Moment sitzen wir in Tashkent in unserem kleinen, gemütlichen Hotel die 5 Tage ab, die die chinesische Botschaft braucht, um unser China Visum zu erstellen. Fast alle anderen hier warten ebenfalls: China, Kirgistan und Tadjikistan sind heiß begehrt. Themen wie „Welche Nation muß welche Vorgaben der verschiedenen Embassies erfüllen, ist es eventuell einfacher, das Visum in Dushanbe oder Bishkek zu beantragen, sind die durch die Unruhen gesperrten Landgrenzen von Tadjikistan nach Kirgistan wieder offen, sind die Straßen vom Pamir Highway in Tadjikistan nach den Überflutungen der letzten Woche wieder passierbar, welche Möglichkeiten gibt es zur Zeit nach Tibet einzureisen und vor allem, wo in Tashkent gerade ein Visacard akzeptierender ATM ( EC Automat) funktioniert der dann auch noch tatsächlicher Dollar ausspuckt ?“ werden hier heiß diskutiert. Letzteres kann einem wahre Kopfschmerzen bereiten: Der Wechselkurs des Euros war in Uzbekistan bereits vor der Eurokrise deutlich schlechter als der Dollar. Als nächstes gibt es einen Schwarzmarkt, der einem den Kurs erheblich verbessert (statt offizieller 1500Som für 1 $ - 2200 Som auf dem Schwarzmarkt, somit ist Bargeld unerläßlich. ATM's gibt es nicht und cashed man mittels Visacard /Mastercard/ Traveller-Scheck in einer Bank oder Hotel darf man entsprechend 4% Komission zahlen, die in der Summe natürlich gewaltig ist.
Folglich ist jeder, sowohl Tourist als auch Einheimischer, darauf aus,in Tashkent, als einzige Stadt Uzbekistans mit Visa ATM diese seltenen Teile zu plündern, um seine Dollar Cash Reserven für den Schwarzmarkt aufzustocken - mit der Konsequenz, wenn gerade mal wieder einer gefunden ist, verbreitet sich die Info wie ein Lauffeuer und der Automat ist innerhalb kürzester Zeit wieder leer!
Den gestrigen Morgen verbrachten wir ab 7.30h in einer Schlange stehend vor der chinesischen Botschaft, die nur Mo-Mi-Fr von 9.00-12.00h geöffnet ist und letzte Woche geschlossen hatte. Gott sei Dank waren wir von einem belgischen Pärchen vorab per Mail darüber informiert worden, so daß wir bereits früh dort sein konnten. Steht man um 12.00h noch immer in der Schlange hat man Pech gehabt. Das Tor geht zu und man darf am übernächsten Tag wieder anstehen.
Insgesamt muß man sagen, hatten wir jedoch ausgesprochenes Glück anbetracht der vielen kleinen und größeren Visa- Horrorgeschichten: Wir brauchten keinen Letter of Invitation und wir konnten sogar das Double Entry Visum für 2x60 Tage beantragen – das dann - „Inshallah“ - am Freitag in unseren Pässen kleben wird. Ob wir tatsächlich ein Double Entry Visum für China brauchen werden, wissen wir noch nicht. Aber zur Zeit liebäugeln wir ein bissl mit Korea und Japan – aber das hat ja noch ein wenig Zeit!! Erstmal geht es Anfang nächster Woche nach Tadjikistan mit dem Pamir Highway und dann hoffentlich Kirgistan in Abhängigkeit der Aufstände und der Grenzsituation.
Die letzten 3 Wochen hatten einige „Überraschungen“ geboten. Angefangen in Nukus, wo wir für 3 Tage zu Sabine und Thomas, die wir ja schon aus dem Iran kannten, in den Truck zugestiegen sind. Somit durften wir die wahren Pflichten, Sorgen und Nöte der sog. Overlander, wie man die Selbstfahrer aus Europa nennt, erleben.
Die Strecke nach Moynaq war trocken und flach, die Dörfer arm und der Anblick des nicht mehr vorhandenen Aralsees mit seinen gestrandeten, verrosteten Schiffen deprimierend. Diese sowjet-hausgemachte Ökokatastrophe zählt zu den Weltgrößten der Geschichte.
Dank Sabine und Thomas konnten wir die Anzahl unserer „Wüstenübernachtungen samt Abenteuer“ noch einmal steigern.;-)
Die Rückfahrt sollte per GPS über eine etwas abseits gelegene Route verlaufen. Leider wurde die Überfahrt über einen breiten Fluß durch die nicht mehr vorhandene Brücke vereitelt, so daß die ganze bereits gefahren Strecke bei sengender Hitze wieder zurückgefahren werden musste. Einige Tage später haben wir per Internet noch einmal die Google Maps angeschaut - Die Straße ist in der Tat gut zu erkennen - zoomt man jedoch auf den Fluß, sieht man nur noch die Brückenreste!
Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch immer der Meinung fast alleine in Uzbekistan unterwegs zu sein. Selbst in Khiva war die Anzahl der Rucksackreisenden und Studiosusgruppen überschaubar, so daß man nach 3 Tagen fast jeden kannte. Am Wochenende fand ein riesiges traditionelles Musik- und Kulturfest unter Schirmherrschaft der Präsidententochter statt. Wrestling, Hahnen- und Widder-Kämpfe gab es zu bestaunen, sowie unzählige Tanz und Musikgruppen die ihr Talent zum Besten gaben. Anschließend gabs 2 Tage „Urlaub“ im Sinne von „Nichtstun“ wie Reiseberichte schreiben, Bilder nachzubearbeiten, Wäsche waschen und lesenderweise Route planen. Für jeden zu Hause mag das ja wie der pure Hohn klingen. Aber bis zur Einreise nach Turkmenistan waren wir ja fast alle 2 Tage irgendwo anders, sprich: Rucksack aus - und einpacken, neu orientieren, Hotelsuche, Sightsseing Tour, am Abend wieder Route oder falls schon geschehen , Weitertransport für die nächste Etappe planen und organisieren. Das ist auf Dauer richtig anstrengend. Um so schöner sind dann die wenigen Tage „Urlaub vom Urlaub“ - grotesk -gell???
Danach ging es weiter nach Bukhara: Nirgendwo auf der Welt- selbst in Paris oder sonstigen Metropolen-haben wir je so viele Tourbusse gesehen!!!! Jeder 2. Bus gehörte einer deutschen Reisegruppe. Gefolgt von Franzosen und Italienern. Jede Medressa und jede Moschee war in einen Souvenirladen verwandelt, so daß man zum Teil vor lauter Teppichen und Tüchern an den Wänden kaum noch die Mosaike aus der Nähe betrachten konnte. Die Preise waren dem kauflustigen und vor allem kaufkräftigen europäischem Puplikum angepasst. Eines Mittags saßen wir kaffetrinkenderweise in einem kleinen Lokal. An der Wand hing ein in der Tat wunderschönes 2x2m großes Tuch. Ein älteres Ehepaar zeigte sich interessiert und fragte nach dem Preis. Leider verstanden wir nur 5000.. und dachten, das ist aber günstig! 5000 Som(2,27$)-hhmm - das kann aber eigentlich auch nicht sein - aber 5000 $!!!!!??????? Auf Nachfrage bestätigte man lächelnd die 5000 $- aber man könne uns gerne noch einen kleinen Discount geben. Wir lehnten lachend dankend ab und waren froh, daß unser Kaffee nur 50 Cent gekostet hatte.
Somit war Uzbekistan irgendwie gar nicht mehr so „exotisch“ wie wir gedacht haben. Und wer also je einen Teil der Seidenstraße bereisen möchte, in Uzbekistan ist das mehr als einfach und ungefährlich - auch ohne organisierte Tourgruppe - möglich. Per Zug ging es dann 3 Stunden weiter nach Samarkand - der Stadt des Registans mit seinen blauen Kuppeln, Medressen und Mosaiken die wohl fast jeder mit der Seidenstraße in Verbindung bringt.
Und nachdem wir dort die Nachricht aus Tashkent erhielten, daß die chinesische Botschaft bis Montag geschlossen sei, haben wir es dort in unserem Hotel mit unzähligen Tassen Tee und Kaffee und stundenlangen Gesprächen mit Reisender aller Art gut ausgehalten. An dieser Stelle muß unbedingt eine weitere Überraschung erwähnt werden. Der gemeine Rucksacktourist in Zentralasien gehört in der Tat einer aussterbenden Art an: Mehr als 2/3 aller Reisenden hier sind mit dem Fahrrad von Europa hergefahren! In unserem Hotel standen an einem Morgen 11 Fahrräder: 2 Engländer (beide über 50 Jahre alt), 2 Italiener, 2 Schweizer, 2 Belgier, 2 Franzosen und 1 Deutscher.
An dieser Stelle übrigens ganz liebe Grüße an Adi und Luise aus München, die den heißdiskutierten Karakorum Highway nach Pakistan schon vor über 20 Jahren bereist haben! ;-))
Die Tage vergingen schnell und schon saßen wir am Sonntag Mittag wieder im Zug mit Ziel Tashkent. Die Taxifahrt zu unserem Hotel war noch einmal „abenteuerlich“. Zu viert steuerten wir auf die Taximafia zu. „ Gulnara Hotel-Chorsu Bazaar- Skol'ka stoid?“ „Gulnara Hotale Chorsu Bazaar-good-good-i know!“ war die Antwort, der Preis erstaunlich schnell ausgehandelt und die Rucksäcke verpackt. 3 Minuten Fahrtzeit später hält das Taxi vor dem besten 5 Sterne Hotel der Stadt. „ Mir Hotale! „ grinst uns der Taxifahrer an - „Gulnara-Gulnara“ wiederholen unisono 4 Münder- „Mir Hotale“ erneut auf das große Portal deutend der Taxifahrer- „Gulnara-Gulnara -Chorsu Bazaar!!!“ mit Nachdruck wir. Der Preisunterschied der beiden Hotels dürfte weit im 3stelligen Bereich liegen- nur so ganz nebenbei bemerkt. Als ihm langsam dämmerte, er hätte nicht einfach „Gulnar-good- i know“ sagen sollen in der Annahme, daß alle europäischen Touristen ausschließlich im 5 Sterne Hotel wohnen, hat sich das Grinsen ein wenig verflüchtigt. 45 min später wurden wir nach endlosen Schleifen durch Tashkents Innenstadt mitten auf der Hauptstraße „gebeten“ auszusteigen - er hätte jetzt keine Zeit mehr das Hotel zu suchen und er wolle auch kein Geld von uns!
Uzbekistan- eine Überraschung an sich. Nicht ganz, wie wir es uns vorgestellt haben, aber wunderschöne Begegnungen, von Herzen liebenswerte Menschen, unendliche Hilfsbereitschaft und vor allem die wunderschönen Medressen und blauen Kuppeln der Seidenstraße haben die letzten 3 Wochen zunächst einmal unvergessen gemacht.

Dienstag, 11. Mai 2010

Turkmenistan

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Surreales Ashgabat und "flammendes Inferno"!

Per Taxifahrt ging es von Bajgiran Down Town zum kleinen Grenzpaß hoch. Nachdem die ganze Reise durch den Iran so unkompliziert verlaufen war hatten wir auch wenig Sorge, daß uns die Ausreise nun Schwierigkeiten bereiten sollte. Dank einschlägiger Internetrecherche auf unserem Lonely Planet Reise Forum wußten wir bereits im Vorfeld von den insgesamt 11 Paßkontrollen die uns zwischen Bajgiran und Ashgabat erwarten sollten. Wovor wir eher Respekt hatten war die Tatsache, daß noch vor wenigen Monaten Temperaturkontrollen und undefinierte „ Injections against hot“ auf der turkmenischen Seite verabreicht wurden. Und wir hatten uns prompt dank 5 langer Regentage und Bootstour am Kaspischen Meer eine heftige Grippe mit allem drum und dran zugezogen. Gedoped mit allem was man anti-grippe-mäßig bzw. laß-mich- wenigstens- fitter-aussehen-mäßig einnehmen kann haben wir uns dann von Pass- zu Passkontrolle gehangelt um dann auf turkmenischer Seite in das Sanitätszimmer geführt zu werden. Eine Krankenschwester mit riesigem weißen Hut trat auf uns zu- jeder Hustenreiz und Schniefanflug wurde krampfhaft unterdrückt. Doch statt mit einem Thermometer bewaffnet wollte sie nur unsere Nachnamen und das Geburtsjahr wissen und nachdem dies fein säuberlich in ein DIN A3 Format Buch eingetragen war erhielten wir 2 winzige Zettelchen mit handschriftlichen Nummern darauf , die wir auf keinen Fall verlieren sollten. Vielmehr war auf grund fehlender Russisch - Kenntnisse nicht zu erfahren- und bis heute sind wir im Besitz dieser Zettelchen- ohne wohl je zu erfahren, was passiert wäre hätten wir sie denn doch verloren.
Direkt nach der Immigration wartete unser Tourguide, Mr. Oleg , um uns in Empfang zu nehmen.
Die erste Sicht auf Ashgabat ? Wir fuhren vom Pass in die Ebene hinunter, weite Steppe und inmitten weiß glitzernde Hochhäuser. Je näher wir kamen um so eindrücklicher wurden diese aus weißem Marmor gebauten Prunkgebäude. Das nächste was ins Auge fiel, waren die penibel gekehrten Straßen und die alle paar hundert Meter stehenden Frauen mit den entsprechenden Besen in der Hand. Am Rande der Straßen waren akkurat Bäumchen in gleichem Abstand gepflanzt, die wiederum alle einen von Hand gesetzten Kreis aus Kieselsteinen hatten. Dies wurde zur Perfektion betrieben, als daß in flächendeckenden Aufforstungen soweit das Auge in den „Wald“ reichte diese kleinen Bäumchen alle mit dem Kieselsteinkreis umgeben waren.
Wir fuhren auf einer verwaisten Straße nach Ashgabat hinein, uns wundernd, wo sich die 900000 Einwohner verstecken. Dieses Bild der verwaisten Straßen prägt bis auf den kleinen zentralen Bereich um den russischen Bazaar das gesamte Stadtbild. Nebst verwaister Straßen runden leerstehende monströse mit weißem Marmor verkleideter Hochhäuser den Straßenzug ab. Präsident Niyazov liebte es seine Stadt neu zu erschaffen und war quasi Hobby Architekt! Fährt man nachts durch diese „Neubauviertel“ sieht man nur wenige Lichter in den Fenstern brennen. Selbstverliebt lächelt einem der verstorbene Präsident von überdimensionierten Portraits von unzähligen Fassaden her an oder begrüßt einem als goldene Statue auf der Neutrality Arch nebst weiterer unzähliger Statuen. Wehe dem, man zückt eine Kamera! Unzählige Soldaten „sichern“ die gesamt Stadt gegen fotografierwütige Touristen. Überall sind Kameras im Sinne der totalen Überwachung installiert. Laut Reiseführer sind alle großen Hotels und offiziellen öffentlichen Einrichtungen verwanzt. Man sagt-Turkmenistan sei das Nord-Korea Zentralasiens!
Nichts desto trotz fühlen wir uns wohl. Bereits seit der Grenze prägen Frauen das Gesellschaftsbild: Zöllnerinnen, Polizistinnen, Rezeptionistinnen, Marktverkäuferinnen, Straßenkehrerinnen. Es wird viel gelacht auf dem Bazaar, Musik dröhnt aus unzähligen CD-Shops und alles erscheint einem noch viel bunter als sonst- welch Kontrast zum Iran!! Ganz zu Schweigen vom Genuß eines kalten Bieres zu leckerem Plov und Mantis- riesige mit Zwiebeln und Hackfleisch gefüllten Teigtaschen!
Unser Tagesausflug nach Bakharden zu einem unterirdischen See war gelinde gesagt unnötig- aber OK - es kann nicht nur Highlights geben. Um so schöner war am Samstag Morgen dann der Tolkuchka Bazaar, einer der größten Bazaare Zentralasiens, mit allem was das Herz begehrt.
Am Sonntag Mittag wurden wir dann wieder von Mr. Oleg und seinem 4WD abgeholt. 5 Std fuhren fuhren wir quer durch die Karakum Wüste. In Erbent, einem kleinen Nest mitten im Nichts, legten wir eine kurze Pause ein. Hier war irgendwann im letzten Jahrhundert die Zeit stehen geblieben - Kontrastprogramm pur zum sterilem, modernen Neo-stalinistischen Ashgabat ! Irgendwann ging es dann via Sandpiste und Allradantrieb in Richtung brennenden Darvaza Gas Krater weiter.
Ein riesiger Krater reißt plötzlich vor einem auf - das Fauchen der Flammen hört man bereits von weitem. Bis auf einen halben Meter kann man bei günstiger Windrichtung an den Kraterrand heran, ohne daß einem die Stirnhaare versenkt werden. Die Hitze, die einem entgegen schlägt, läßt sich leider trotz initial 300 Fotos ( ok- mittlerweile 90% wieder gelöscht ;-)) nicht auf den Fotos festhalten. Zwischenzeitlich sind auch Thomas und Sabine , 2 Bayern, die uns im Sandsturm bei den Kaluts ( Kerman / Iran) über Nacht Asyl gewährt hatten, eingetroffen. Es scheint, daß all unsere „Wüstenabenteuer“ mit ihnen verknüpft sind;-)))!
Bevor es dunkel wurde, haben wir noch schnell das Zelt aufgebaut während ALL in ONE Tourguide-Fahrer- Küchenchef Oleg Chicken Kebabs und Grillgemüse vorbereitet hat. Am Lagerfeuer gegrillte Kebabs sind schon lecker- und turkmenischer Wodka auch!!!!
Bei vollkommener Dunkelheit, mit vollem Bauch und Gott sei Dank nicht im Vollrausch sind wir dann zum Kraterrand. Was bei Tageslicht imposant ist läßt sich bei Dunkelheit mit Worten nicht beschreiben - schaut Euch einfach die Bilder an!
In der Nacht hat es dann angefangen zu stürmen. Erst nur wieder ein Sandsturm, dann kam der Regen dazu. Letztendlich haben wir die ganze Nacht kein Auge zugetan und waren froh am nächsten Morgen mal wieder in Thomas und Sabines Truck Asyl zu bekommen - samt leckerem Kaffee – frisch gemahlen und aufgebrüht!
Das Zelt wurde in strömendem Regen abgebaut und dann ging es noch einmal 5 Stunden durch die Wüste, die doch angeblich eine der trockensten und heißesten der Welt sein soll - 5 Stunden Dauerregen. Im Regen kamen wir dann auch in Konye – Urgench an, so daß die historischen Ruinen nur bedingt sehenswert waren. Da wir noch über die Grenze nach Uzbekistan mussten wurde das „Sightseeing“ abgekürzt.
Auf dem Bazaar wurden unsere übrigen turkmenischen Manaat in uzbekische Som getauscht. 1 Dollar ergibt 2200 Som - wenn man Glück hat bekommt man dafür 3 Scheine ( 2x1000 Som und 1x200 Som) - es können aber auch 6 Scheine ( 4x500Som und 2x100Som) sein! Mittlerweile tragen wir im wahrsten Sinne des Wortes eine Handtasche voll mit Geldscheinen durch die Gegend!!
Die Ausreise aus Turkmenistan war unspektakulär - in 15 Minuten waren alle bürokratischen Hürden dank Oleg genommen. Die Einreise nach Uzbekistan sollte dann knapp 3 Stunden dauern. Im Vorfeld wußten wir bereits, daß die Custom Declaration Forms überaus genau , insbesondere bezüglich Devisen und Elektroartikel, ausgefüllt werden müssen. Wir wussten auch, daß das Gepäck meist komplett ausgepackt werden muss. Daß dann aber fast jede einzelne Tablette in unserer Reiseapotheke mittels Nachschlagewerk überprüft werden würde - das wußten wir im Vorfeld nicht! Vielleicht hätte Andreas auf die Frage, welcher Arzt er denn sei, nicht Anästhesist antworten sollen: Für den Grenzbeamten war das Wort Narkose gleichbedeutend mit „Narcotics“ - und die wollte man auf jeden Fall finden!!!
Letztendlich durften wir alle unsere Drogen samt Socken, Unterhosen und Zelt wieder einpacken und per Handschlag und einem Lachen im Gesicht der Grenzbeamten nach Uzbekistan einreisen.

Iranische Kurzgeschichten..... Fortsetzung folgt!

Dienstag, 4. Mai 2010

Die ersten Tage im Iran oder - die Geschichte mit dem Chador!



Der Tag der Einreise in den Iran ist langsam aber sicher immer näher gerückt und mit ihm das Unbehagen , gegen das wir uns nicht wehren konnten. Auf all unseren Reisen erzählten uns Mitreisende die bereits im Iran waren, daß die Menschen dort mit Abstand die freundlichsten und hilfsbereitesten seien die sie je erlebt hätten! Seit Jahren stand der Iran mit auf unserer Top Liste der Länder , die wir sehen und erleben wollten. Und nun? In Van, in der Nacht vorm Grenzübergang, haben wir kein Auge zugemacht. Würde man unser Laptop konfiszieren? Dürfen wir überhaupt ein- bzw. in 3 Wochen auch wieder ausreisen? Macht mir mein grüner Rucksack Probleme ( im Vorfeld stand zur Debatte einen neuen Rucksack zu kaufen, da Grün die Farbe der Opposition ist! ) Die vielen Ereignisse der letzten Monate und unzähligen Geschichten die wir vor unserer Abreise noch erzählt bekommen oder in irgendwelchen Berichten im Netz gelesen hatten, haben natürlich auch uns beschäftigt. Es wäre gelogen zu sagen, wir wären neutral und unbeinflusst eingereist. Eine der letzten Geschichten, erzählt von einem in Deutschland lebenden Iraner hatte uns nach monatelangem „ Das ist doch alles nicht so schlimm und wird so nicht ganz richtig sein“ dann doch noch ins Straucheln gebracht: Von einem australischen Pärchen, die, da er das grüne Bändchen der Sympathie zur Opposition getragen hatte, beide zu Tode gesteinigt wurden.
Unser Bus sollte am Ostersonntag direkt nach Urmia / Iran fahren. An der Grenze stiegen wir aus und warteten zusammen mit ca. 50 Mitreisenden darauf, die Türkei verlassen zu dürfen. Das Computersystem war abgestürzt, sodaß nach knapp 3 Stunden Warten ein fröhliches Picnic-Lager unter den Reisenden entstanden ist: 3 syrisch-kurdische Nomadenfamilien, die ihren kompletten Hausrat samt Yurtengestänge bei sich trugen, eine Exil-Iranerin in bauchfreiem Top, nebst zweier weiterer iranische Familien, die gerade in der Türkei Urlaub gemacht hatten und wir, mit unseren Rucksäcken ( mein grüner im blauen Regencover verhüllt) mittendrin.
Nach 3 Stunden schlug die Stimmung plötzlich um, als ein neuer Reisebus eintraf: Dessen männlichen Insassen wollten nicht einsehen, dass sie sich nun in der nur sehr zögerlich fortbewegenden Menschenschlange zur Passabfertigung ganz am Ende anstellen sollten.
Innerhalb von Minuten kam es erst zu wüsten verbalen Ausschreitungen der gehobenen Lautstärke , dann schlagartig zu schweren Handgreiflichkeiten, wir noch immer mitten drin, die letzten Endes durch zügiges und radikales Eingreifen des Militärs beendet wurden. Na Prima- das fing ja super an!!! Noch nicht in den Iran eingereist und erste Bekanntschaft mit dem Militär!
Auf den 30 m Niemandsland haben dann alle Frauen -inklusive mir- ihre Kopftücher aufgesetzt. Von Chadors keine Spur, dafür hatten alle entweder sogenannte Manteaus oder weite lange Blusen an.
Iraner und Türken durften nach kurzem Blick in die Pässe ohne weitere Kontrolle direkt passieren- ich wurde von einem Soldaten angehalten auf der Seite Platz zu nehmen und Andreas sollte in ein Hinterzimmer nachkommen.
OK- jetzt wird also -wie in unzähligen Story's beschrieben - unser Laptop auseinander genommen, unsere letzten Internetseiten (Computerverläufe natürlich von uns im Vorfeld gelöscht) recherchiert und unsere Namen im Netz gegoogelt!!
Knapp 10 Minuten später erscheint Andreas mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Der diensthabende Offizier hätte ihn persönlich mit Handschlag begrüßen wollen und eine Tasse Tee angeboten. Er heiße ihn im Iran herzlich Willkommen und wünsche uns eine gute Zeit in seinem Land. Er freue sich, daß wir da sind und hoffe, der Iran möge uns gefallen. Danach gabs die Pässe zurück und wir durften ohne weiteren Kontrollen zu unseren iranischen Mitreisenden in den Bus eilen.
1 Stunde später trafen wir in Urmia ein. Nach herzlicher Verabschiedung unserer neugewonnen iranischen Großfamilie fuhren wir nach hartnäckigem Verhandeln über den Taxipreis in ein nahegelegenes Hotel. Der Hotelmanager beäugte mich kritisch und meinte jedoch mit einem Lachen in den Augen, ich bräuchte wohl noch einen Manteau- den Kurzmantel!
ALSO- auf Grund der vielen Nachfragen ;-)))
Chadors- zumindest wie WIR sie uns vorstellen:
Bodenlanges, tiefschwarzes schweres Gewebe, das Gesicht verhüllend- im Sinne eines Ganzkörperzeltes- wir haben sie nicht gesehen!
Und NEIN- ich musste folglich auch keinen Tragen.
Und JA- trotz allem ist es auch in den Manteaus unerträglich heiß!
Der Reihe nach:
Absolut beeindruckend war unser erster Spaziergang durch iranischen Straßen, nachdem ich dann stolzer Besitzer eines 15 Dollar teuren Manteaus war:
Kürzer und enger als eng geht’s bei der jüngeren Generation in Frage Manteau Mode nicht mehr!!!
Manteaus gibt’s in allen Farben. OK- meiner war schwarz, man wollte ja alles richtig machen !
Unter Manteaus trägt man eng anliegende Röhrenjeans und Turnschuhe oder Pumps!
Unter dem Kopftuch toupiert man die Haare so hoch wie es das Haarspray zuläßt!
Ungeschminkt geht man nicht auf die Straße!
DIE Chadors -die wir gesehen haben bestanden aus ultradünnen , durchsichtigen schwarzen Stoffen , die locker am Kopftuch befestigt und dann um die Schultern und den Körper geschlungen wurden- bei der jungen Generation so, daß man gut die darunter getragen Jeans samt Chucks o.ä. sehen konnte.
Die wenigsten Frauen waren urkonservativ in traditioneller kompletter schwarzer Kleidung samt Chador zu sehen- dies war aber natürlich auch abhängig von der Region in der wir reisten. Wesentlich offener in den großen Städten, tendentiell eher konservativ in den ländlicheren Regionen.
Ich muß gestehen, ich habe mehr als einmal Geflucht: In einem schwarzen Kurzmantel mit Kopftuch bei mehr als 30° C im Alamoot Tal zu wandern oder auf der Sonnenseite in einem nicht klimatisierten Bus zu sitzen ist nicht allzu witzig. Auch die Tatsache, daß „Frau“ unter dem Manteau schlichtweg ausser einem BH nichts mehr trägt und in der Handtasche ein T-Shirt dabei hat um bei Eintreffen in häuslicher Umgebung sich kurz umzuziehen hat diese Situation nur geringfügig verbessert.
Mittlerweile hatten wir mehrere Touristen getroffen- ohne Manteau– dafür „nur „ mit Tunika- Blusen bekleidet, sodaß ich im Wechsel entsprechend Manteau und Bluse getragen habe.
Nach knapp einer Woche musste der Manteau nichts desto trotz gewaschen werden. Um ihn ja frisch gebügelt und ordentlich zurückzubekommen, wanderte er ihn eine Wäscherei. Am nächsten Tag bekam ich einen komplett zerstörten Manteau mit Schulterzucken zurück. Des Farsi nicht mächtig konnten wir nicht verstehen was geschehen war- und ich hatte ( grinsend) ein Problem weniger!
Auch das Kopftuch wurde erneuert: Aus fest sitzendem, zünftig geknoteten Kopftuch wurde ein langer Baumwoll - Schal, der luftig um den Hinterkopf geschlungen wurde.
Die Route:
Von Urmia ging es weiter nach Tabriz, von dort nach Quazvin um weiter ins Alamoot Tal, das Tal der Assasin Burgen, zu fahren. Über Qom nach Kashan mit Tagesausflug ins 1500Jahre alte Dorf Abbyane und Niasser, dann weiter nach Esfahan zum Emam Square und im Verlauf weiter gen Osten in die Wüste nach Yazd. Einige Tage Yazd mit Zororastiertempel ChakChak und Oasendorf Kharanagh, dann weiter nach Shiraz und Persepolis bevor wir nach Kerman zurück in die Wüste sind um die Kaluts zu sehen. Im Nachtzug nach Tehran, von dort weiter nach Sari und Gorgan, Ausflug ans Kaspische Meer ( Bandar e Torkaman) um letztendlich bei Bajgiran über die Grenze nach Turkmenistan zu reisen.

Exkurs Turkmenistan Visum:
Dank des lieben Herrn Konsul in Brüssel, der leidenschaftliche Emails schreibt dafür umsoweniger leidenschaftlich seiner Arbeit nachkommt, hatten wir bis zu unserer Einreise in den Iran kein gültiges turkmenisches Transitvisum. Um nicht in die verflixte Situation zu kommen, in Tehran und Mashad KEIN Transitvisum zu erhalten, haben wir notgedrungen eine 5 Tages Tour durch Turkmenistan gebucht. Durch diese offizielle Buchung erhält man einen LETTER OF INVITATION der einem die Einreise ins Land mit Ausstellung eines gültigen Visums direkt an der Grenze erlaubt. Kosten-Punkt : 924 Eur für 2 Personen und 4 1/2 Tage!!

Anatolien- Abenteuer Grenzgebiet???


Nach 3 erlebnisreichen Tagen verlassen wir bei strahlendem Sonnenschein Sanliurfa. Unser Karma hatten wir fleißig durch tägliches Füttern der heiligen Karpfen im Pool der Zitadelle aufgestockt, sodaß wir frohen Mutes grob in Richtung Iran aufbrechen. Die Fahrt verläuft durch steppenartige Landschaft. Immer wieder wandern Schafsherden mit Nomadenfamilien durch das Bild, kleine Weiler abwechselnd mit kleinen Flußläufen zeichnen eine Bilderbuchlandschaft. Unterbrochen wird dieses Idyll jedoch nun auch zunehmend durch Militärposten mit unzähligen Schießscharten und Panzern. Die Scharten sind nicht nur Zierde: Jede- aber auch wirklich jede – ist mit Maschinengewehren bewaffneten Soldaten besetzt.
Am Mittag erreichen wir Mardin und beschließen direkt nach Savur, einem kleinen Dorf mitten in den Bergen, weiterzufahren. Mitten im Nirgendwo hält plötzlich unser Mini-Bus an: Ein oberschenkelamputierter Kreis wird in einem antiquierten Rollstuhl samt Enkel aus dem Bus ausgeladen. Wir erkennen keine Pfad - geschweigeden eine Straße im Gelände. Der Knirps kann geradeso über die Lehne des Rollstuhl blinzeln, den er nun zielstrebig in Richtung Berg hinaufschiebt. Zutiefst gerührt fragen wir uns, ob der Rollstuhl Off Road gerecht ausgestattet ist.
Die Hühner im Bus gackern fleißig unter den Sitzen als die Fahrt weiter geht und wir beim Umdrehen sehen, daß die beiden tatsächlich die asphaltierte Straße verlassen haben und der Bub mit seinem gesamten Gewicht den Rollstuhl über Stock und Stein den Berg hinaufdrückt.
Nach 2 Stunden Fahrt, die nur noch einmal unterbrochen wurde da Kühe und Esel die Vorfahrt hatten, erreichen wir dieses uralte Dorf der 100 Falken. Wiedereinmal scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In einem alten Herrenhaus gibt es die Möglichkeit zu übernachten- die einzige Unterkunft im Ort. Laut Reiseführer ein „ Boutique Hotel „ der besonderen Klasse. Schließlich soll es zu den 10 ausgefallensten Hotels der Türkei zählen. 10 Räume, ein jeder anders eingerichtet-oder besser: Seit mehr als hundert Jahren wurde die Einrichtung schlichtweg nicht verändert – offenbart einem ein Leben der damaligen Zeit. Die Familie in dessen Besitz das Anwesen ist, bereitet jedem Gast ein herzliches Willkommen und vorallem – die leckerste türkische Küche die wir seit Anfang unserer Reise kennengelernt haben. Das Abendessen begann mit einer süßsauren Kichererbsen Suppe, gefolgt von mehreren gleichzeitig servierten Hauptgerichten: Lammfleisch Ragout, ein Kartoffel-Tomaten-Hackfleisch-Auflauf, Ratatoille und am Feinsten ein Joghurt mit kurzgebratenen Baby Auberginen- Lecker!!
Am nächsten Morgen brechen wir auf nach Hasankeyf, einem kleinen Ort im Tigristal , das in den letzten Jahren traurige Berühmtheit erlangt hat. Leider initial nicht auf Grund der historischen Bedeutung der tausende von Jahren alten Ruinen und der Millionen an Höhlen: Ein Staudammprojekt wird dieses Kulturerbe bis 2016 komplett überfluten. Bis dorthin müssen über 200 Dörfer der Region umgesiedelt werden. Unzählige Kampangnien unterschiedlicher Interessengruppen haben die letzten Jahre verzweifelt und leider vergeblich gegen das Staudammprojekt protestiert. Kredite aus Deutschland , Österreich und der Schweiz wurden zwar letztenendes doch nicht gewährt, die Finanzierung wurde jedoch mittlerweile durch andere Resourcen gesichert- Traurig: Die Bewohner der Orte sind in keinsterweise über das Fortschreiten der Baumaßnahmen aufgeklärt. Wir wohnten im kleinen Hasankeyf Motel-dem einzigen Hotel vor Ort. Der Besitzer eine Seele an Mensch. In langen Gesprächen und unzähligen Chai Runden erzählte er uns voll Stolz, dass er sein Motel erst kürzlich hatte renovieren lassen. Schließlich sei der Staudamm nun ja keine Bedrohung mehr. Unsere Internetrecherche ergab leider andere Informationen.....
Die 2 Tage in Hasankeyf verbrachten wir mit 2 langen Wanderungen durch das Hinterland. Ein „ keine - Ahnung- wieviel- km- langer“ Canyon , in dem sich irgendwann die Felswände schier über unseren Köpfen zu berühren schienen und immer noch kein Ende in Sicht war, zwang uns irgendwann zur Umkehr. Im gegenüberliegenden Tal stieg man zunächst die alten Treppen der Ruinenanlage nach oben. Oben angekommen überblickt man kilometerweit das Tigristal. Über den Steilwänden kreisen Falken und in der im Tal liegenden Dorfmitte wartet auf der Turmspitze wie wohl seit hundert Jahren beschrieben das Storchenmännchen auf das Eintreffen seiner Frau im zuvor neu renovierten Storchennest.
Stundenlang kann man nun über die Hügel wandern, stolpert dabei immer wieder über Keramikreste einer vergangen Zeit, entdeckt die 101 millionste Höhle und stellt sich vor als Zeitreisender einen kurzen Blick zurück werfen zu können. Am Fuße des Kliffs leben vereinzelte Alte noch immer in den Höhlen und lassen die bisdato wenigen Touristen die die Holzleitern emporklettern in ihre „Häuser“ einblick nehmen.
Schweren Herzens fuhren wir weiter nach Van. Während der Fahrt klingelt das Handy unseres Busfahrers. Das Handy wird zu uns weitergereicht – es ist unser neu gewonnener Freund aus dem Hasankeyf Hotel: Ob alles ok ist- und der Fahrer auch ja sicher fährt- ob man nett zu uns ist und wir schon Tee bekommen hätten- und wenn es Schwierigkeiten gibt sollen wir ihm auf jeden Fall Beschweid geben- Ja?
Auf unserer Fahrt zählen wir in Folge 12 (!) Storchennester auf Strommasten, der Van See ist noch viel größer als wir ihn uns vorgestellt haben und schneller als uns lieb ist sind wir in der Stadt Van angekommen- unserer letzten Etappe vor dem Iran.
Van Stadt: Modern und westlich geprägt, meine Bedenken, ich müsste vielleicht hier schon Kopftuch Tragen vollkommen überflüssig - Anatolien ist anders als wir es uns vorgestellt haben!
Bunte Bazaare - herzlichste Gastfreundschaft- offene Menschen – alles einfach nur supersymphatisch!!! Wir sind total begeistert und werden sicher wieder kommen- zu viele Ecken fehlen auf unsere Karte, für die die Zeit diesesmal einfach zu kurz war.

Freitag, 9. April 2010

Kurzes Lebenszeichen

Hallo ihr Lieben!
Wie ihr seht, sind wir mittlerweile im Iran angekommen. Die Internetverbindungen in Anatolien und hier sind großteils sehr schlecht , sodass wir bisher unseren Blog nicht aktualisieren konnten. Nur soviel : Uns gehts gut, die Menschen sind supernett und wir vermissen Euch ab und zu -ein bisschen! :-))
1000 Gruesse Andreas und Sandra

Montag, 29. März 2010

Zeıtreıse

Am Freıtag morgen gıng es beı strahlendem Sonnenscheın ın Belek los. Im Bus hatten wır Glück und konnten eınen Platz auf der rechten und somıt dem Meer zugewandten Seıte bekommen. Laut unserer Karte sollte dıe Strecke dırekt am Meer entlang bıs nach Sılıfke verlaufen. Gıng sıe auch-bıs Alanya. Was jedoch dann nıcht aus der Karte ersıchtlıch war: Dıe Strasse verlıef ım Weıteren ın den Fels gehauen, ın Serpentınen hoch und runter, zum Teıl bıs zu 400 m über dem Meeresspıegel, sodass der Fenstersıtzplatz eınem das Gefühl gab, ım freıen Fall ın der Kurvenlage jederzeıt dırekt ıns Meer zu stürzen. Nıcht erwaehnt haben wır bısher dıe Geschwındıgkeıt-natürlıch absolut angepasst and dıe Strassenbedıngungen, dıe Tatsache, dass der Busfahrer fast ununterbrochen mıt seınem Handy telefonıerte und wenn er nıcht telefonıerte, mıt beıden Haenden gestıkulıerte sowıe mıt Lıebe an unübersıchtlıchen Stellen LKWs oder eben langsamerer Busse überholte. Hatten wır schon den Regen erwaehnt samt Schlamm auf den Strassen?!!!!
Dıe Aussage: Augen zu und durch -gewınnt anbetracht dıeser Fahrstrecke eıne ganz andere Qualıtaet!(... und von meıner Übelkeıt beı Serpentınen, dıe ıch nıcht als Selbst- Fahrer befahre ganz zu schweıgen! )
An dıeser Stelle seı kurz erwaehnt, dass wır mıttlerweıle keın WIFI mehr haben und somıt auf öffentlıche Computer angewıesen sınd. Sprıch: ös und üs lıebt dıe türkısche Sprache über alles und dıese exıstıeren somıt auf dem Keyboard- ae etc gıbts eben nımmer also - nıcht wundern über dıe z.T. abenteuerlıche Schreıbweıse! Kurzer Exkurs: Unser türkısches Lıeblıngswort bısher: Müdürlügü- Spıtzenreıter mıt 4 Üs!!! ( zu deutsch : Fınanzamt...wıe passend!)
Irgendwann bogen wır dann Inlands eın. Dıe Landschaft traumhaftschön mıt Canyons und unzaehlıgen rıesıgen Höhlen ın denen z.T. noch ımmer Nomaden leben. Immer wıeder sahen wır Famılıen an offenen Feuerstellen oder beım Hüten ıhrer Zıegen ırgendwo mıtten ım Nırgendwo. Keıne 4 Stunden trennten uns zu Belek und wır hatten das Gefühl ıns letzte Jahrhundert versetzt worden zu seın. Am Abend erreıchten wır endlıch Sılıfke- froh dıese Fahrt heıle hınter uns gebracht zu haben. Auch wenn wır uns schon seıt der Abreıse von Istanbul geographısch auf dem asıatıschen Kontınent befunden haben, so lıegt unserer Meınung nach der gefühlte Kulturwandel ırgendwo zwıschen dem Hınterland von Alanya und Sılıfke!
Am naechsten Morgen gıng es früh mıt dem Bus weıter nach Adana und weıter nach Sanlıurfa, der heılıgen Stadt. Erste Kamele und Eselskarren queren das Strassenbıld, ebenso vıele Kurden, dıe durch ıhre bunten Kleıder und Kopftücher ıns Auge fallen. Überall werden wır super freundlıch begrüsst, es vergehen keıne 10 sec. auf ırgendeınem Busbahnhof oder eıner Strassenkreuzung, wo nıcht ırgendeın hılfsbereıter Mensch uns sofort zur Seıte steht. Sovıel warmherzıge Gastfreundschaft und aufrıchtıges Interesse an uns haben wır selten erlebt.
Keın : Have a look at my Shop oder sonstıges Palaver- stattdessen eınfach nur herzlıches Lachen und eın schüchternes Salem aleıkum.
Heute waren wır ın Harran an der syrıschen Grenze und sınd auf Abrahams Spuren gewandelt. Harran gılt als aelteste ununterbrochen bewohnte Sıedlung der Welt, dıe bereıts ım Alten Testament erwaehnt wurde.
Wer ernstes Interesse an der Hıstorıe hat möge bıtte Wıkıpedıa bemühen - ıhr wısst -1 Jahr ıst kurz und wır wollen nıcht 6 Monate davon ın Internetcafes verbrıngen :-)).
Daher nun an dıeser Stelle eın lıeber Gruss nach Hause und bıs zum naechsten Mal!

Mittwoch, 24. März 2010

Per Fähre nach Asien....

Mit dem Rucksack auf dem Rücken und standesgemäßer Trekkingbekleidung betraten wir mit einem breiten Grinsen im Gesicht am letzten Mittwoch unser vorab gebuchtes 5 Sterne Hotel in der Nähe von Belek. Daß es im deutschen Angebot nur 4 Sterne Plus waren interessierte nicht mehr- über dem Eingang glänzten 5 große Sterne und wir standen -wie gesagt- mit unseren 1 Sterne Rucksäcken grinsend darunter.
Wir hatten es sogar noch geschafft vor meinen Eltern anzukommen, die an diesem Mittag von Frankfurt aus zu einem letzten „Tschüß“ sagen für 9 Tage in die Türkei geflogen kamen.
Knappe 30 °C in der Sonne hatten uns innerhalb zweier Tage in den Frühling katapultiert.
Istanbul liegt nun bereits seit 1 Woche hinter uns. Die Stadt am Bosphorus stand schon lange auf unserer To-Do Liste. Daß wir aber soo begeistert sein würden, hat selbst uns vielreisende etwas überrascht. Der Flair dieser Stadt läßt sich schwierig mit Worten beschreiben: Ich glaube, es ist der Mix der östlichen und westlichen Kulturkreise, die wir noch nirgendwo sonst( vielleicht in Kathmandu ?) auf diese Art und Weise erlebt haben:
Bunte Basare neben Gucci Läden-kleine Altstadtgassen mit typisch tükischem Flair-1000de Moscheen-Läden mit 20 verschiedenen Baklava Sorten- Viagra Verkäufer, die unter vorgehaltener Hand versuchen ihre Pillen an den Mann zubringen- Millionen von Katzen- Schuhputzer, die unachtsamen Touris das Geld aus den Taschen ziehen ( grins- fragt mal Andreas)



und last but not least: Kultur pur, eben Weltkulturhauptstadt 2010!

Die 4 Tage in Istanbul haben wir von Herzen genossen. Unsere kleine Frühstückspension lag direkt gegenüber einer der unzähligen Moscheen. Geweckt wurden wir morgens um 5 vom Ruf des Muezzin. Nach typisch türkischem Frühstück bestehend aus Schafskäse, Gurken, Tomaten, Eiern, Oliven und Brot nebst Mokka sind wir kilometerweit zu Fuß durch Istanbul gepilgert und haben uns durch die kleinen und und großen Gassen treiben lassen. Am schönsten waren die touriarmen Gebiete. Sprich: Weg von Sultanahmet! Statt für 10 Eur Bosphorus Kreuzfahrt mit Touris- alle mit weißen Tennissocken in Trekkingsandalen bekleidet- sind wir für 75 Cent nach „Asien“ mit der Fähre übergesetzt- haben uns an Bord an unserem Sahlep erfreut und die ersten Sonnenstrahlen genossen. An dieser Stelle herzlichen Dank an Fatma und Attila, die uns kurz vor unserer Abreise noch den „heißen“ Tip „ Sahlep in Istanbul“ gegeben haben. Wir sind uns zwar noch nicht über den Inhalt dieses Heißgetränks einig- schmeckt aber nach einer Mischung aus Milch, Vanille und Weihnachten und hat definitv Suchtcharakter. Sobald wir kaffeesüchtigen mittlerweile irgendwo Sahlep bestellen können- ziehen wir diesen unserem geliebten Kaffee vor!



Das erste gleichgesinnte Weltenbummler Ehepaar -Lynda und Craig aus Vancouver- haben wir an unserem 1. Abend in einem kleinen Restaurant beim Adana Kebab Essen kennengelernt. Die beiden sind bereits seid einem halben Jahr unterwegs – 5 Monate Australien und seither Europa. Unsere Geschichten des „Warum und Weshalb man
eine solche Reise macht“- hätte man 1:1 austauschen können.;-).
Mit Lynda und Craig hatten wir uns dann auch am Montag Morgen 7:00h an der



Fähre nach Bandirma getroffen, um nach Überquerung des Marmara Meeres per Zug weiter nach Izmir zu fahren. Per Dolmus und gewohnt asiatischen Fahrstil ( wie sehr hatten wir uns nach endlos Hupen - Überholen an uneinsichtigen Stellen oder zwischen 2 Autos hindurch sowie ignorieren roter Ampeln gesehnt)



ging es dann zum Busbahnhof wo wir uns von unseren neuen Freunden kurz und herzlich verabschiedeten. Wir sind am gleichen Abend noch nach Denizli / Pamukkale weitergefahren um den ganzen nächsten Tag für die Kalkterrassen und Hierapolis zu haben. Die Strecke nach Denizli hat sogar den Griechen neben mir erblassen lassen beim Anblick der Trilliarden von Olivenbäumen!! Kommentar Andreas: Dafür haben wir alle Inseln vor der türkischen Küste!!!
Die Nacht in Pamukkale war erschreckend kalt-und um so mehr freuten wir uns am Folgetag über den strahlendblauen Himmel und dem resultierendn Sonnenbrand. Bezüglich der Kalkterrassen waren wir ja mehr als skeptisch. Zurecht, wie sich im Nachhinein auch herausstellen sollte.
Wir erlebten Pamukkale als kleine Wunderwelt: Alle Kalk Travertinen waren mit Wasser gefüllt, unzählige kleine Wasserfälle, Sonnenlichtreflektionen und aufsteigender Wasserdampf gepaart mit fehlenden Touris ergaben wahre Postkarten Bilder einer Zauberlandschaft!
Als meine Eltern nun in Belek ankamen , hatten wir uns gestern ein Auto gemietet und sind die 350 km zurück nach Pamukkale gefahren mit den Worten- SOO-werdet ihr Pamukkale nicht noch einmal erleben- und ja- SOO – sieht man Pamukkale wirklich nicht oft: Übers Wochenende wurden ALLE Pools trocken gelegt um eine Generalreinigung vor der großen Tourisaison durchzuführen! Kein Wasser- keine Wasserfälle-Nix! Sah aus , wie eine rießige Baustelle! Also- wer plant Pamukkale anzuschauen sei gewarnt, nicht immer erwarten einen die Postkarten Eindrücke!
Jetzt sitzen wir auf unserem 5 Sterne Balkon um unseren weiter fortgeschrittenen Sonnenbrand zu pflegen. Andreas liest den Iran Reiseführer und ich bastele an unserem Reisblog herum. Ab Freitag geht dann das Abenteur so richtig los: Entlang der Küste Richtung Südost- Anatolien, am Samstag nach Sanliurfa ,der Stadt des Propheten und weiter ins „wilde Kurdistan“ entlang der irakischen Grenze nach Van um dann in den ersten April Tagen in den Iran einzureisen.
Unser Turkmenistan Visum hängt weiter in der Schwebe und so wissen wir noch immer nicht, ob wir Anfang Mai per Transit durch Turkmenistan kommen oder ob wir nach Uzbekistan fliegen müssen.
Das Schönste an unserem 5-Sterne Stop Over in Belek, nebst von den Eltern nocheinmal „Tschüß“ sagen zu können und Andreas Geburtstag am Strand zu feiern?
Brigitte -einer lieben Arbeitskollegin aus dem TKH und ihrer Schwester Marianne nach 8 Jahren in die Arme zu laufen! ;-)))

Samstag, 13. März 2010

Donnerstag, 11. März 2010

Die Reise beginnt....

So - wir sitzen im Zug von Belgrad nach Istanbul. Die Nacht haben wir wenig romantisch in einem gruseligen, antiquierten Belgrader Hostel verbracht und sind seid heute morgen um 6.00h auf den Beinen. Gefühlte sibirische oder eben serbische -10°-sowohl auf dem Bahnsteig als auch im Zug lassen uns erstmal die Nacht vergessen. 6 Std. später ist auch unser Zugabteil aufgeheizt sodaß wir endlich die Muße finden, die ersten Zeilen unseres lange angekündigten Reiseblogs zu schreiben. Aber der Reihe nach:
Als wir uns vor knapp 9 Jahren kennen gelernt hatten, war meine Abreise zu einer 5 monatigen Weltreise bereits geplant und gebucht. Als ich 1 ½ Jahre später nach dem AIP noch einmal nach Tibet wollte, saß Andreas in der Zwickmühle mit neu angetretener Stelle im Kli-MA -oder eben 5 Monate weltenbummeln und dann arbeitslos zu sein. Wie ihr alle wisst, hatte die Vernunft gesiegt.
Nichtsdestotrotz ist zu dieser Zeit die Idee geboren, gemeinsam solch eine Tour zu machen. Nach Andreas erstem Indien Schock 2002 , folgten 2004 6 Wochen Sumatra, Java und Bali, 2005 nochmal 5 Wochen Süd-Indien, 2006 3 Wochen Sri Lanka, 2007 3 Wochen Mauritius und 2 Wochen Namibia, 2008 3 Wochen Venezuela und zuletzt 2009 2Wochen Thailand nebst mehrer Kurztrips ins europäische Ausland. Wo immer wir unterwegs waren, trafen wir Langzeit-Reisende, die entweder ihr Hab und Gut verkauft oder eben gut organiziert zurückgelassen hatten- Menschen in allen Lebenslagen, mit jedem Ausbildungsstand, jeden Alters und selbst mit schulpflichtigen Kindern. Wir erinnern uns gerne an eine dänische Familie mit 3 Kindern die wir unter Goas Palmen am Strand von Anjuna getroffen hatten. Er :Dipl.Ing. Sie: Lehrerin, den Überlandweg durch Iran und Pakistan, quer durch Indien bis eben Goa hatten sie in ihrem Wohnmobil zurückgelegt.
Je öfter wir unterwegs waren desto zahlreicher wurden diese Begegnungen, nur Deutsche waren eher selten unter diesen Aussteigern. Von jeder neuen Begegnung nahm man Ideen und Gedankenanstöße mit nach Hause und der Wunsch- 1 Jahr um die Welt zu reisen- wurde immer größer.
So kam es, dass diese initiale Schnapsidee in den letzten 5 Jahren zu einem festen Bestandteil unseres täglichen Lebens wurde:
Welche Route?- Diese Frage war relativ schnell beantwortet: Die alte Seidenstraße
Wieviel Geld braucht man dafür? Ok-diese Kalkulation ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Ganz grobe initiale Rechnung : 1000 Eur pro Person und Monat plus laufende Kosten für Haus , Versicherungen, etc zu Hause. z.Zt. aber eher 100 Eúr pro Tag zu zweit.
Wie kommt man an das Geld? Sparen! Kein neues Auto für Andreas: Stattdessen 16 Jahre alte Schüssel fahren. Kein neuer Fernseher: Farbfernsehen heißt schließlich, man hat viele verschieden Farbstreifen die den Bildschirm verschönern.;-) Kein angelegter Garten: Blumenwiesen- Saat von Aldi ist auch toll, usw., usw. Diese Liste ist „fast“ unendlich!!
Was machen wir mit unserem Haus? Finanzierung wird runtergefahren und muß in der Gesamtkalkulation mit abgedeckt sein.
Und unsere Stellen? Die wollten wir kündigen.
Als nächstes wurden sukzessive Ausrüstungsgegenstände wie z.B. Leichtgewichts Zelt, -25° taugliche ( leichte) Daunenschlafsäcke , Reiseführer, neue Rucksäcke, Trekkingzubehör jeglicher Art (angefangen von Stirnlampen bis zum ultraleicht Gaskocher) recherchiert und erstanden ( Danke Amazon und Google!!!)
Als Stichtag wurde dann meine Facharztprüfung angedacht. Dank Bezirksärztekammer Neustadt hatte sich der Termin von März 2009 auf Oktober 2009 gezogen- im Nachhinein wirklich unser Glück. So konnten wir fast ein Jahr länger Zeit, unsere Reisekasse zu füttern und haben es sogar noch geschafft, uns vorweihnachtlich zu trauen.
Und jetzt ist es also soweit: Wir sitzen wie gesagt im Zug nach Istanbul. Gerade wurden wir von den bulgarischen Zöllnern unterbrochen, das 6 Personen Abteil gehört immer noch uns alleine und wir sagen zum 20. Mal am heutigen Tag: Das ist alles surreal!
Aus unserem Ultrastress-Programm der letzten 4 Wochen wurden wir auf NULL abgebremst. Sitzen im Zug und sind gezwungen Nichts zu tun. Bei Gelegenheit erstelle ich eine Liste der nervigsten Behörden und Telefonate im Rahmen der Vorbereitung! An dieser Stelle sei nur kurz erwähnt: Man möchte meinen , daß so wichtige Dinge wir Arbeitsplatz und Hausfinanzierung richtig aufwendig werden. Wir hatten Glück: 2 unbefristet Stellen mit einem Jahr Beurlaubung und ein Anruf bei der Bank- fertig! ( Danke ;-))
Unser Ticket von Mannheim via HD nach Zagreb haben wir vor 3 Monaten bei der DB für sage und schreibe 39 Eur erstanden. Europa Spezial nennt sich das Ticket. Der Trick: Exakt 90 Tage vorher werden die Tickets online aus dem Billigkontingent angeboten.
Die erste Aussage der Bahn besagte 245 Eur pro Person bis Istanbul ohne Schlafwagen!
Jetzt sind wir für 39 Eur nach Zagreb gefahren (12 Std.), haben mit 2 Std. Wartezeit den Nachtzug vor Ort nach Belgrad für 22,50 plus 10 Eur Schlafwagen genommen, Ankunft morgens um 6.00h.. Tag in Belgrad verbracht. Am Folgetag, sprich heute, haben wir für 48 Eur plus 12,50 Eur Schlafwagen das Ticket nach Istanbul via Sofia gekauft, wo wir hoffentlich nach 22Std. ankommen.
132 Eur-inkl. der Schlafwagen Zuschläge!

Kulturelles Highlight bisher: Sveti Sava in Belgrad , die größte orthodoxe Kirche der Welt , die bis dato jedoch unvollendet ist.
Kulinarisches Highlight: Burek
Flops: Kaffee und Kaffeepreise der deutschen Bundesbahn ( haben uns Kaffeejunkies fast das Tagesbudget gekostet!)


11.3.2010
Sind heute Morgen in Istanbul angekommen-die Sonne scheint- unser Hotel war überbucht-aber ansonsten gehts uns gut!
Bis bald!

Dienstag, 16. Februar 2010

Der Countdown läuft!

Für all diejenigen, denen wir schon vorab die blogspot Adresse gegeben haben:
IHR SEID RICHTIG!
Bisher hatten wir leider noch keine Zeit- uns weiter mit dem Blog zu beschäftigen - aber so ein Reisejahr ist ja lang!
Vorab Liebe Grüße Sandra und Andreas