Montag, 12. Februar 2018
Sonntag, 11. Februar 2018
India March 2016- Darjeeling up to North Sikkim
Mittwoch, 13. Januar 2016
Kinnaur and beyond....
Being up in Spiti I've heard the rumour about a sacred festival in Kinnaur. 3 daytrips later on one of Indias most dangerous mountainroads, I was more than happy to hear, that the festival is in Sangla and starts the day after. Taking place every 18 years for 3 days, where all women, who had been born in the Kinnaur Valley return to there home. No tourists at all, what else to be happy?
Dienstag, 12. Januar 2016
Spiti -Himachal Pradesh May 2015
2015 was a bit of a travel year -6 month off. Finishing my job in Kaiserslautern in January,I had time to prepare myself for the final exam: Being an "orthopedic surgeon and trauma surgeon" so far, I can call myself now a "specialist" for trauma surgery. A two week Oman trip with Andreas in March was the beginning, being followed by my 10 week Asia trip. Flying into Bangkok end of April, I had planned to stay at a beautiful beach for a week and then continue to Nepal, hiking up to Everest Base Camp and Gokyo lakes. My flight to Nepal was already booked, as the earthquake happened. The short version: Being two flighthours away from Kathmandu, having a confirmed flight 2 days after the desaster, knowing Kathmandu inside-out, having unlimited time as I had not signed my further contract yet, I tried to find any organisation or hospital needing two skilled hands. I don`t know how many emails and phonecalls I did, but finally there was no way to fly into KTM to work. It was heartbreaking. So, after all, I had to change plans on the spot. Decision was made for India, applying for a visa took another week, and I ended up staying in Thailand for 3 weeks, before flying into Delhi and travelling up to Spiti and Kinnaur, which was awesome. Mid June I met Andreas back in Thailand- and we are sure- this Thai-beach-holiday was the last one for a long long time. A nightmare, how much Thailand has changed in the last 20 years. Being back in Germany I started to work in Ludwigshafen again.....and now, daily routine is back and it took me half a year to sort out some pictures;-)
Montag, 18. Mai 2015
Dienstag, 7. Oktober 2014
Amdo and the Amnye Machen Kora
Donnerstag, 23. Januar 2014
Part 2: Galapagos
Dienstag, 21. Januar 2014
Ecuador-Part 1: Avenida de los Volcanes November 2013
Dienstag, 18. Dezember 2012
Morocco
Montag, 15. Oktober 2012
Sonntag, 18. Dezember 2011
Upper Mustang Trek
Mittwoch, 9. März 2011
Ende einer Weltreise.....
Seit genau 4 Wochen sind wir nun wieder zu hause. Vor einem Jahr, fast auf den Tag genau, sind wir in Mannheim in den Zug gen Osten gestiegen. Noch immer fühlen wir uns "gejetlaged"- auch wenn wir bereits die ersten Arbeitstage und ich auch den 1. Dienst hinter mir habe. Das "Heim" kommen haben wir uns ehrlich leichter vorgestellt und wenn wir das Foto anschauen...das letzte, das auf unserer Weltreise gemacht wurde, am Morgen des Heimfluges in Bangkok, da müssen wir ein wenig mit den Tränen kämpfen- ich zumindest. Irgendwie haben wir uns das nach Hause kommen "schöner" vorgestellt- stattdessen trauern wir, daß dieser gelebte Traum nun zu Ende ist. Unser Haus gehört irgendwie noch nicht wieder richtig uns. Nach 1 Jahr mit leichtem Gepäck und dem Wissen, mit 15 Kg Gepäck glücklich sein, fühlt man sich von all diesen Konsumgütern erschlagen. Die Entscheidung, was man anzieht, wo man vorher eben genau 2 Hosen zur Auswahl hatte, hat am
1. Morgen fast 45min gedauert. Und von all der lieben Bürokratie,die uns erwartet hat, ganz zu schweigen. Wir wollen nicht klagen... wir wollen uns nur entschuldigen, wenn wir uns noch nicht bei dem Ein oder Anderen gemeldet haben. Wenn wir noch nicht allzuviel von unserer Reise erzählt haben oder überall wenigstens einmal kurz angerufen haben...gebt uns noch ein wenig Zeit....Wir danken Euch dafür!
Dienstag, 8. Februar 2011

Es ist 5 Uhr morgens und wir liegen gejetlagt, glockenhellwach in unserem superschönen Bangkoker Hotelzimmer. Die Gedanken kreisen immer wieder um das letzte Jahr und wir können es immer noch nicht begreifen, daß dieses nun vorbei ist. Der Morgen unseres letzten Weltreisetages ist angebrochen und wir werden uns heute ein letztes Mal in das geliebte asiatische Chaos stürzen, daß wir in den letzten 4 Monaten doch erheblich vermisst haben. Zurückerinnert an Kathmandu, wo ich geschrieben habe „wir brauchen mal ein wenig Zivilisation zu Abwechslung“, bedauern wir doch ein wenig, den Weg des Reisenden zugunsten der Touristenmeile getauscht zu haben. Australien und Neu Zealand waren nett- aber die tiefen, bewegenden Eindrücke von Zentralasien sind um ein vielfaches präsenter. Die letzten 4 Wochen in der Südsee- genauer Rarotonga und Aitutaki der Cook Inseln- waren superschön und unser Umsatz an Leselektüren hat sich noch einmal astronomisch erhöht. Und ausser, daß Andreas noch immer Bißwunden einer nicht ganz friedfertigen Krabbe am Zeigefinger hat ;-)) und ich einem Hühnchen, ein halb amputiertes Beinchen ganz amputiert habe, waren die 4 Wochen spektakulär unspektakulär. Donnerstag Nacht sind wir dann von Rarotonga zurück nach Auckland geflogen- wo wir am Samstag morgen um 4h gelandet sind. Den Freitag hat uns die international Datumsgrenze geklaut- aber ok- dafür hatten wir beim Hinflug nach Rarotonga den Samstag zweimal geschenkt bekommen. Am Sonntag ging es dann weiter nach Bangkok, wo wir die letzten Tage mit Shoppen, Handeln und Thai-Essen verbringen werden. Der ein oder andere Blogleser hat sich vielleicht gefragt, was den eigentlich unser Titel „Same Same But Different“ bedeuten soll.
Vor vielen, vielen Jahren , als ich das erste mal per Rucksack durch Indien gereist bin, habe ich diesen Satz das 1. Mal gehört. Man findet einen wunderschönen Sarong oder T-Shirt, Ring, Holzfigur,... was auch immer, daß man als Mitbringsel erstehen will. Man bekommt erzählt, daß das Objekt der Begierde 500 Rupees kostet. GENAU DAS GLEICHE – kostet aber 10 m weiter bei einem anderen Strassenhändler gerade Mal 150 Rupees. Und wenn man dann sagt: Aber da vorne kostet es VIEL weniger- in der Hoffnung NOCH weniger zu bezahlen- bekommt man mit einem vielsagenden Augenaufschlag zu hören: No madam- looks same same- but is completely different-much better quality!
„Same same but different“- ist uns um die ganze Welt gefolgt. Überall in Asien, in Südamerika und Nordafrika und manchmal selbst in deutschen Baumärkten! Der Versuch zu erklären, warum der ein und derselbe Gegenstand doch soooo viel teurer sein soll, ob wohl es eben doch „ samesame“ ist.
Aber „Same Same But Different“ war eben noch viel mehr für uns.
Angefangen von unserer fast 10 jährigen wilden Ehe, die kurz vor unserer Abreise legalisiert wurde und wo wir eben auf die Frage, wie es denn nun so sei, endlich verheiratet zu sein, ganz oft geantwortet haben: “ Same Same- But Different!“
Und nun: 21 Reiseländer, 20 Flüge und 339 Tage später ?
Auch da haben wir mittlerweile das ein oder andere Mal gedacht:
„Same same – but just - a little bit- different“.
Gerade als wir durch New Zealand gefahren sind, haben wir oft schmunzelnd an unseren Blogtitel gedacht. Und ganz oft, wo wir gesagt haben, „zu Hause sieht es doch genauso aus und ist es doch auch wunderschön! Ok- eben ohne Palmen, Delfine und Pinguine“.
Und irgendwann hat dann Andreas gesagt:
Oh wie schön ist Panama!
PS: Zur Erinnerung an Janoschs Abenteuer vom kleinen Bären und Tiger s. Wikipedia!
Freitag, 4. Februar 2011
Montag, 17. Januar 2011
New Zealand
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Dienstag, 7. Dezember 2010
Vanuatu- von Vulkanen und Kannibalen!
5 ½ Std. Flug haben uns in der Nacht von Perth nach Sydney gebracht und weitere 3 ½ Std. Flug nach Melanesien- Vanuatu! Ein souveräner Inselstaat im Südpazifik der bis 1980 Neue Hebriden genannt wurde. Zur Begrüßung spielte am Flughafen eine „String-Band“ mit großen Blütenketten um den Hals und wilden Locken auf dem Kopf. „ Welkam“ steht in großen Buchstaben über dem Zoll- kein Schreibfehler- eben „Bislama“ -Pidgin Englisch!
Unser kleines Hotel liegt direkt am Strand samt Hängematte zwischen Palmen. Und die Stadt- Port Vila- ist mit dem Minibus in 10 Minuten zu erreichen. Der Markt quillt über mit Maniok, Yams und Kawa Wurzeln, Bananen, Papaya und bunten Blumen. Die Frauen in langen, bunt bedruckten Kleidern, bieten lachend und schwatzend ihre Ware an. Feilschen und Handeln gibt es in der Ni-Van Kultur nicht- alles hat einen fixen Preis.
An einer Ecke des Marktes entdecken wir die ersten Frauen die Laplap verkaufen- das Ur- Pazifik- Gericht: Eine Paste aus diversem Wurzelgemüse, meist Maniok oder Süßkartoffel enthaltend, wird dick auf Bananenblättern aufgetragen, in diese eingeschlagen und anschließend im Erdofen durch heisse Steine gegart.OK- der 1. Versuch war nicht allzu überzeugend und die Toilette in der Nacht unser größter Freund ;-(.
Am nächsten Tag hieß es erst einmal, unsere Flugtickets zu den „Outer Islands“ zu organisieren. Definitiv wollten wir nach Tanna, um den aktiven Vulkan Mt. Yasur zu besteigen und dann noch nach Ambrym und Malekula: Vulkane und Kannibalen, das war unser Plan. Die Arbeitsmoral der Air Vanuatu Agentur hatte uns einige Nerven und Zeit gekostet, aber letzten Endes standen wir tags darauf mit unseren Tickets in der Tasche und 10 kg Gepäck pro Person am Domestic Flughafen. Mit Verspätung und mulmigem Gefühl stiegen wir zusammen mit 15 anderen Passagieren in die Propellermaschine ein und ohne weitere Komplikationen auf Tanna deutlich erleichtert auch wieder aus. Die einzigen „Weißen“ mit an Bord waren ein kanadisches Arzt-Ehepaar samt ihrer 3 Kinder, die für 8 Monate das Insel-Krankenhaus auf Tanna betreuen. Tanna, eine der größeren Inseln des Archipels und nebst Efate ( der Hauptinsel) und Santo, die eigentlich touristisch erschlossenste - dachten wir zumindest. Die Kanadier boten uns einen Lift in die „Stadt“ an, den wir dankend annahmen- auf der Ladefläche eines 4x4 Trucks, dem Standarttransportmittel. Bereits die Hauptstrasse vom Flughafen nach Lenakel, der Hauptstadt, war nicht asphaltiert und der Staub hatte sich in Sekunden in Haaren und Kleidern festgesetzt. Sie empfahlen uns ein kleines Hotel direkt am Strand, wo wir am Abend mit leckerem Fischcurry bekocht wurden. Tropen und Subtropen haben so ihre ganz eigene Zimmerdynamik. Sprich: Man mietet ein Doppelzimmer und unabhängig von der Preiskategorie bekommt man die mitbewohnende kleine Zimmerratte für umme dazu, nebst Geckos und Mosquitos, die leider in Vanuatu Malaria verseucht sind. Am nächsten Tag wanderten wir nach Lenakel, durch Dschungelpfade und Palmenhaine und unter riesigen Banyanbäumen entlang. Da Sonntag war, war die „Stadt“ verwaist und wir haben das kleine Krankenhaus der Kanadier besucht- samt Stippvisite der Patienten -quasi als 1. Arbeitsversuch zur Wiedereingliederung ;-))))) in 12 Wochen.
Montag ist Markttag- und so kommen auch viele Einheimische der anderen Inselseite zu Besuch. In einem großen Tankschiff im Hafen gibt es sozusagen einen Drive In Supermarkt, normale Geschäfte gibt es nicht. Selbst Trinkwasser wurde bereits in Lenakel zum Problem und wir waren mehr als dankbar über unseren Steripen, den wir in Kathmandu gekauft hatten und erstmals in Tajikistan bei unserem Australier im Einsatz sahen. Sterilisiertes Trinkwasser in 90 Sek. dank UV Licht! Vom Marktplatz aus konnten wir uns eine Fahrt auf die andere Seite der Insel zu besagtem Yasur Vulkan organisieren. 2 ½ Std. waren wir mit dem Truck durch tiefsten Dschungel und unwegsamen Pfaden unterwegs. An einer Stelle war ein Truck liegen geblieben- mehr als unterschenkeltief standen alle im Schlamm,, beim Versuch den Truck zu bergen. Yasur ist einer der wenigen leicht zugänglichen aktiven Vulkane der Welt. Man kann in der Tat bis an den Kraterrand, läßt die Beine in die Kaldera baumeln und wartet, daß alle 3-4 Minuten ein Lavafeuerwerk den Himmel erhellt. Man sollte sich keine Gedanken darüber machen, wenn ab und zu die Erde bebt oder man durch eine heftigere Eruption dezent per Luftdruck nach hinten gestoßen wird ;-)) Sicherheitsmaßnahmen- wie wir auch später noch merken sollten- gibt es in diesem Land nicht! Die Nacht verbrachten wir einmal mehr mit einer kleinen Ratte im Bungalow, die sich doch sehr über unsere Kekse als Mitbringsel gefreut hat. Nächtliche Toilettengänge gehören auch hier mit zu unseren beliebtesten Erinnerungen, wo man im Schein der Taschenlampe nach allerlei Kriech- und Spinnengetiers Ausschau hält. Die nächsten 2 Tage verbrachten wir in Port Resolution, im sogenannten Yachtclub. Unsere Sorge, ob unsere Kleidung ausreichend kultiviert sei, war ein wenig unbegründet- grins. Wieder einmal war ein netter Bambusbungalow mit Outdoor Waschbecken das „Beste“ Hotel vor Ort und wir zunächst die einzigen Touristen. Ein Besuch der Sharksbay mit seinen gelben Riffhaien und ein Handschlag des „Chiefs“- dem Häuptling- haben unseren Tannabesuch nach kurzem unschönen Zwischenspiel ( auch auf dieser Seite der Welt verdirbt Geld und Gier den Charakter) wieder aufgeheitert und wir sind nach abenteuerlicher Rückfahrt über die Insel zurück nach Efate geflogen.
2 Tage Erholung in der Zivilisation standen auf dem Programm und ein wenig mulmig war uns schon bei dem Gedanken, daß Tanna ja eigentlich touristisch war und uneigentlich wir diese 5 Tage nicht wirklich „touristisch“ verbracht hatten. Was sollte uns da erst auf Ambrym und Malekula erwarten? Wirklich ausführlich war unser Reiseführer bezüglich der Vulkanbesteigung auch nicht gerade. Bei 4 verschiedenen Routen wurde unsere als “moderate hike“ beschrieben und mit „you should be fit“ kommentiert. Die Recherche im Internet ergab nur, daß es wohl anstrengend sei, hierbei wurde jedoch immer dieselbe Route beschrieben und leider eben nicht die unsrige.Oder die Tour wurde als Expedition für teuer Geld vermarktet, was uns initial ehrlich gesagt wieder ein wenig schmunzeln ließ. Wir haben in diesem Jahr sooft Touristen getroffen die laut von ihren Expeditionen berichteten- vieles davon haben wir in Eigenregie ohne Expeditionsaufkleber bereits bereist oder erlebt- aber es ist eben immer eine Frage der Darstellung und Selbstwahrnehmung. Nichtsdestotrotz, dachten wir auch dieses Mal, ist es eben nur eine Frage der Betitulierung! Vorletzten Samstag ging dann also am Mittag unser Flug nach Ambrym-wieder eine 15 Mann- Propellermaschine. Im Landeanflug die beiden Vulkane Benbow und Marum leider im Nebel und unter uns eine Graslandebahn, über die wir bei der Landung mehr geschlittert als gerollt sind. Die Vorzeichen waren von der 1. Minute an einfach auf Abenteur pur eingestellt und wir ehrlich das 1. Mal auf dieser Reise skeptisch ob dieses Projekt so wirklich das Wahre ist.
Daß man die Insel nicht von Nord nach Süd, bzw. von West nach Ost auf einer „Strasse“ durchqueren kann, hatten wir zwar realisiert, uns aber ehrlich gesagt keine weiteren Gedanken dazu gemacht. Fakt ist: Auf der ganzen Insel gibt es insgesamt nur 7 Trucks, keine Straßen, nur Pisten durch tiefsten Urwald, die mit vor dem Truck laufenden Männern und Macheten immer wieder frei geschlagen werden, keine gemauerten Häuser- nur Strohhütten, eine handvoll Luxushäuser mit betoniertem Fundament, kein Strom, außer einige wenige Familien mit Generatoren und seit ca. 15 Jahren westliche Bekleidung, davor gab es die traditionellen Grasröcke und Penisköcher. Nachdem ein einziger Rucksack nebst Körben, Hühnern und Gemüse aus dem Flieger ausgeladen waren, haben wir noch kurz zum Abschied gewunken- in 9 Tagen sollten wir von hier weiter nach Malekula fliegen.
Auf der Rückfläche eines Trucks ging es samt unzähligen Taschen, Menschen und Hühnern Richtung Baiap, einem Dorf am Meer. Der Truck kam nicht weit, als er das 1. Mal im Morast und dem tiefen Wurzelwerk steckenblieb. Eine kleine Armada an jungen Männern, mit Macheten und Schaufeln bestückt, sprang vom Truck und machte sich sofort daran, das Fahrzeug wieder in eine fahrtüchtige Position zu bringen. Knapp 3 Stunden später, um unzählige blaue Flecken an allen Körperteilen bereichert, kamen wir in dem kleinen Dorf am Meer an. Das Guesthouse gäbe es nicht mehr- erzählt man uns dann- wir könnten aber im Gemeindehaus übernachten und würden von den Frauen des Dorfes mit Essen versorgt werden. Prima- dachten wir und arrangierten mit dem Truckfahrer, daß er uns 2 Tage später hier wieder abholen sollte, um ins Inselinnere zu fahren, dem Ausgangspunkt für unsere Vulkanbesteigung. Zwischenzeitlich hatten die Dorffrauen das Gemeidehaus frisch gekehrt und Strohmatten ausgelegt. Gott sei dank hatten wir unser eigenes Moskitonetz dabei! Am Abend gab es frischen Laplap, der diesmal richtig lecker war und Regenwasser, das in einer großen Zisterne in der Dorfmitte gesammelt wurde. Wie oft wir in den letzten Tagen um unseren Steripen dankbar waren können wir gar nicht sagen! „Geduscht“ wurde im Meer, und die Toilette war mit Holzsitzbalken ausgestattet- zart besaitete hätten da ihr Leid gehabt :-). Am Abend füllte sich der Himmel mit prähistorisch aussehenden Miniflugsauriern: Hunderte von Flughunden kreischten durch die Luft und suchten sich den besten Mangobaum zum Plündern aus. In dem kleinen Ort verging die Zeit schnell und 2 Tage später stand pünklich der Truck vor unserer Hütte um uns nach Meltungen zu bringen. Dort gab es Luxus pur: Eine Regenwasserdusche! Oh wie haben wir uns gefreut! Am nächsten Tag sollte es, sofern es nicht in Strömen regnete, zu den Vulkanen hinauf gehen, über Nacht wollten wir in den „Ashplains“ campen und am nächsten Morgen die 20 km zurück laufen. Unser eigenes Zelt hatten wir dabei, feste Wanderschuhe eh, leere Wasserflaschen hatten wir vorsorglich mitgenommen, da wir wußten, daß es dort oben keine Wasserquellen gibt, ebenso Essen. Somit waren wir bestens ausgerüstet. Nachdem wir 8 l Regenwasser auf unsere Flaschen verteilt hatten, entschieden wir uns (im nach hinein Gott sei dank) zum Guide zusätzlich noch einen Träger dazu zunehmen, sodaß unsere kleine „Expeditionsgruppe“ letzten Endes aus 4 „Teilnehmern“ bestand ;-).
Initial sollte uns der Truck zum Ende der „Strasse“ bringen. 4 zusätzliche Männern, alle mit Macheten bestückt, waren Begleittrupp, um die „Strasse“ vor unserer Nase überhaupt erst befahrbar zu machen- sprich: Wir IM Truck- die Männer VOR dem Truck, Schneisen in das undurchdringliche Dschungelgestrüpp schlagend. Die „Strasse“ war dann auch relativ schnell zu Ende- die Fahrt ging jedoch in einem ausgetrockneten Flußbett weiter. Wenn wir dachten, Geröllfelder und umgestürzte Bäume würden jeden Moment die Fahrt dann entgültig beenden, so hatten wir uns getäuscht. Immer wieder sprangen die 4 Männer von der Ladefläche des Trucks, um den Weg weiter entlang des Creeks zu bahnen. Nach 3 Stunden war dann jedoch endgültig Schluß. Am nächsten Tag wollte man uns um 13.00h wieder abholen und ab nun ging es zu Fuß langsam aber stetig bergauf, immer weiter den trockenen Flußlauf entlang.
Gott sei dank war es bewölkt und die Sonne konnte nicht mit ihrer ganzen Kraft auf uns niederbrennen. Der schwarze Lavaboden war auch ohne direkte Bestrahlung heiß genug. Nach 1 ½ Std. kam der 1. schweißtreibende Kletteranstieg, der uns nach einer ½ Stunde auf den Grat der Hauptkaldera bringen sollte. Stutzig wurden wir, als der Guide sagte, Mt. Marum könnte man noch gar nicht sehen. Statt dessen sahen wir Mt. Benbow und ein Meer aus tief zerklüfteter Landschaft mit scharfkantigen, sich aneinander reihenden Graten und steil abfallenden Schluchten. Wie sollten wir denn je dieses „ Meer“ durchdringen? Bei genauerem Hinsehen gab sich ein handbreiter Pfad auf einem Grat zu erkennen, der zunächst in die Tiefe und auf der anderen Seite wieder zur Spitze verlief. Einzelne trockene Äste waren alle km auf den jeweils höchsten Gratpunkten versenkt und markierten den Weg. Loses Geröll wechselte sich mit Lavaasche und verbackenem Gestein ab, wo unser Guide mit der Machete Trittlöcher einschlug, um wenigsten einen gewissen Halt zu bekommen- rechts und links ging es hunderte von Metern in die Schluchten hinab. In der Weite konnte man die Aschefelder erkennen- dort wollten wir hin- das Schlimmste war also überstanden- dachten wir. Eine weitere Stunde später kletterten wir auf allen Vieren zum Zigstenmal in eine Schlucht. Endlich kamen wir dem Aschefeld näher. Eine ½ Stunde bergab und wieder 1 Stunde bergauf- und dann? Befand sich eine massive Felswand in Form der Kaldera von Mt. Benbow vor uns und der Guide meint nur, da müssen wir jetzt hoch, als wir schon lange dachten, jetzt müßte aber langsam der Zeltplatz kommen! Irgendwie sah das von unten alles noch gar nicht so schlimm aus- vielleicht hatten wir aber zu diesem Zeitpunkt einfach auch alles nur noch bedingt realisiert. Fakt war: Es folgte ein 1 stündiger, zum Teil fast vertikaler Kletteraufstieg, ohne Sicherung, ohne alles. Freier Fall nach rechts, nach links und hinten, hunderte von Metern tief. Im Nachhinein nicht mehr vorstellbar, daß da das Gehirn nicht einfach „Stop“ gefunkt hat und wir umgekehrt sind. Aber wir wollten ja die Lavaseen sehen! Auf der Spitze der Kaldera angekommen, wurden wir erstmal mit einer mehr als atemberaubenden Aussicht belohnt. Atemberaubend doppeldeutig: Schwefeldämpfe trieben uns Tränen in die Augen und Husten in den Hals! Ungläubig starrten wir den Bergabhang, den wir da gerade ungesichert heraufgeklettert waren hinab. Andreas dachte zu diesem Zeitpunkt immer noch, unsere 2 Jungs hätten sich einen Scherz erlaubt, als sie sagten, am Folgetag müssten wir den gleichen Weg wieder zurück gehen. Es sollte kein Scherz sein! Auf dem schmalen Kraterrand wanderten wir dann auf die gegenüberliegende Seite, wo wir 40 min. später den Abstieg begingen. Das Lavageröll war so lose und schlittrig, daß ich im wahrsten Sinne des Wortes dank meiner Wanderstöcke wie auf Miniskiern mit meinen Wanderschuhen zum Teil „herunterfahren„ konnte. Am späten Nachmittag erreichten wir erschöpft das Aschefeld, wo wir in gefahrenfreier Zone unsere Zelte aufschlagen konnten. Nach kurzer Mittagspause ging es dann noch einmal eine knappe Stunde weiter zum Marum Vulkan. Der Lavasee war letzten Endes nur noch halb so beeindruckend auf Grund der Erlebnisse der letzten 7 Stunden muss man sagen. Die Lava Eruptionen des Yasur auf Tanna sind sicherlich spektakulärer. Nichtsdestotrotz sind wir an diesem Abend glücklich und erschöpft, aber auch mehr als besorgt in unserem Zelt eingeschlafen, mit dem Gedenken, am nächsten Morgen das Ganze rückwärts bewältigen zu müssen. Dankbar um unseren Schlafsack, in der Nacht wurde es eisekalt, sind wir im Morgengrauen aufgestanden. Der Aufstieg durch das lose Geröll eine Qual: 2 Schritte vor, 1 Schritt zurück gerutscht. Zudem hatte es angefangen zu regnen, alles lag in tiefen Nebelwolken, der Boden schlüpfrig und schlichtweg der Weg entlang des Kratergrades gefährlich und bei genauem hinsehen- lebensgefährlich. Der eigentliche Abstieg stand uns noch bevor. Unser Guide und Träger wurden immer nervöser und haben immer nur gesagt „danger-danger“-“ slowly slowly“- „rain no good!“ Wir hatten jedoch keine andere Wahl- 2 l Trinkwasser waren noch übrig- warten auf besser Wetter Anbetracht der tief hängenden Wolken keine wirkliche Alternative- also im wahrsten Sinne des Wortes „ Augen zu und durch!“ Letzten Endes sind wir heile den Berg wieder hinunter gekommen und auch aus dem Aschefeld heraus. Als der Truck uns um 13.00h pünktlich in Empfang nahm, waren wir mehr als froh- dies war mit Abstand unser bisher gefährlichstes Abenteuer in unserem ganzen Reiseleben- und soo beim besten Willen nicht geplant!
Später erfuhren wir in unserem letzten Dorf, die Strecke ab Meltungen sei mit Abstand die gefährlichste und im Regen nicht begehbar. Gesagt hatte uns das leider im Vorfeld niemand im Dorf und unser Reiseführerbuch hatte an dieser Stelle kläglich versagt.
Die letzten 2 Tage verbrachten wir wieder in Meeresnähe. Im Kreise einer Familie waren wir von unzähligen Hühnern, Schweinchen und Hunden- vor allem Flug-Hunden umgeben. Ein großer Mangobaum bildete das Zentrum des kleinen Dorfes. Das Gezetere der Flughunde in der Nacht aus dem Mangobaum heraus, erinnert stark an die kleinen Gremlins der 80`- insbesondere dann, wenn immer wieder ein Flughund beim Pflücken einer Mango abstürzt, aufs Wellblechdach knallt und sich kreischend an der Kante entlang hangelt- wir haben Tränen gelacht. Am Morgen sah der Boden unter dem Mangobaum jedesmal wie nach einer großen Schlacht aus, und jeden Morgen hat die 87 jährige Oma den Platz unter dem Baum gekehrt, bevor sie sich in ihre Ecke verzogen hat, um mit ihren erstaunlich flinken Fingern unzählige Dachteile aus Palmblättern zu flechten- Tag für Tag!
Das Haus in dem wir schliefen, hatte, ganz fortschrittlich, ein Wellblechdach, um Regenwasser zu sammeln, das dann in ein Becken weitergeleitet wurde. Von dort wurde dann in Eimern das Wasser, sei es zum Waschen oder zum Trinken, geholt. Den Kochkurs, den wir erhielten, läßt sich leider mangels Landkrebsen und Bananenblättern zu Hause nur schwierig nachkochen- aber immerhin- haben sich die ehemaligen Kannibalen auf eine neue Nahrungsquelle umgestellt! Auf der Nachbarinsel Malekula gab es noch nachgewiesenermaßen bis in die 80er Jahre Kannibalismus und da sollte eigentlich auch noch unser Weiterflug hingehen! Aber Anbetracht der 9 tägigen Robinson Crusoe Tour und nun der Aussicht auf 3 Tage „Urlaub“ mit Dusche, kaltem Bier und Internet haben uns dann doch dazu animiert, direkt auf die Hauptinsel zurückzufliegen.- Schließlich braucht man ja auch noch ein paar Ziele für das nächste Mal!
Letzten Endes sind wir froh, nun wieder in Vila auf Efate zu sein. Seit unserer Ankunft vorgestern gewittert es ohne Ende und die Wahrscheinlichkeit, daß wir auf Malekula festgesessen hätten ist recht groß. Am Donnertag geht nun unser Flug zunächst nach Sydney, von wo aus wir am Samstag weiter nach Christchurch/ New Zealand fliegen. Laut Kalender haben wir noch 9 Wochen- unsere To- Do- Liste für zu Hause ist schon ganz schön lange und irgendwie wissen wir gar nicht, wo die letzten Monate geblieben sind. Gestern war Nikolaus, der 2. Advent ist vorbei- wir vermissen Weihnachtsplätzchen und Glühwein- und Weihnachten ohne Schnee und kalt fühlt sich eben nicht wie Weihnachten an.
In diesem Sinne wünschen wir Euch an dieser Stelle schon einmal eine ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit- und futtert ein paar Plätzchen für uns mit- Ja???!!!!
Alles Liebe ...von der fast anderen Seite der Welt!
Freitag, 19. November 2010
Australien- oder: Das Land der Fliegen!
Nachdem uns Kuala Lumpur ja nur als kurzer Zwischenstop gedient hatte, sind wir am
18. Oktober pünktlich morgens zum Sonnenaufgang in Perth angekommen. Per Taxi ging es zu unserem Campmobil Verleih. „Tja - die Zeiten der „100 Rupee - 1 Eur - Taxifahrten“ sind nun vorbei“- denken wir, als wir dem pakistanischen Taxifahrer die 18 Dollar (ca.13 Eur) für die 3 Minutenstrecke in die Hand drücken. Unser Campmobil war noch nicht ganz fertig, sodaß wir erst einmal Einkaufen gegangen sind, um unseren Kühlschrank aufzufüllen. Wie sehr hatten wir uns darauf gefreut, endlich einmal wieder selbst kochen zu können! Wir sehr haben wir am Ende der 4 einhalb Wochen das „Asiatisch- Europäische “ Preisniveau vermisst ! Bei 25 AUD ( 18,11 Eur) für eine Pizza vom Schnellimbiß oder 35 AUD (25,36) aufwärts für ein einfaches Essen in einem simplen Restaurant, überlegt man sich das Essengehen zweimal!
Australien in Kürze:
Route:
Knapp 6000 km entlang der Westküste zunächst nördlich von Perth durch den Yanchep Nationalpark, entlang einer der vielen Wildblumen Highways, die sich jetzt im Frühling von ihrer schönsten Seite zeigen, zu den Pinnacles und dem Leseur NP. Dann weiter nach Kalbarri NP, von dort nach Sharks Bay mit seinen Dugongs (Seekühe) und Delfinen, vorbei am Hamelin Pool mit den Stromatoliten nach Coral Bay und weiter nach Exmouth und dem Ningaloo Riff zum Schnorcheln mit den Haien.
Anbetracht der Zillionen von Fliegen, endlos langen, kerzengeraden Straßen, die nur von Zillionen von Kangaroo Kadavern unterbrochen wurden, durch Steppe und Steppe und nichts als Steppe, Entschluß, nicht weiter in den Norden zu fahren, sondern statt dessen zurück nach Perth und den Südwesten zu erkunden.
Dann also nach Fremantle und Rockingham mit seiner Pinguin Island, weiter nach Cape Naturaliste und Yallingup und Margaret River, zum Cap Leeuwin, durch mehr als 400 Jahre alte Baumbestände in der Pemperton Region nach Cap Entrecasteaux. In Walpole den Giant Tree Top Highway besucht und von Albany aus zurück nach Fremantle und Perth gefahren- Fertig!
Tierbekanntschaften:
-Zillionen von Fliegen!!!! Ich hatte ja nie Verstanden warum diverse Outdoor Händler diese Kopf- Mosquitonetze verkaufen, dachte ich doch naiv eben NUR an Mosquitos und warum sollte ich da NUR den Kopf schützen. Wir hätten stutzig werden wollen, als uns die nette Verkäuferin in Perth beim Kauf unserer Schnorchelausrüstung auch gleich noch diese Kopffliegennetze ans Herz gelegt hatte!
„ Brauchen wir nicht!“ waren wir uns einig- wenn man aber wie gesagt von Zillionen von Fliegen- und eben keine Mosquitos- attackiert wird, die einem gezielt in die Augen , Ohren, Nasenlöchern und Mundöffnung krabbeln, wenn man ungelogen keine 10m gehen kann, ohne wenigsten 1 Fliege aspiriert zu haben, wenn man nur noch am Um-sich-schlagen ist und einem jegliche Freude am Wandern vergeht- dann kauft man ganz, ganz schnell diese Kopfnetze!
- 6 Schlangen, die alle giftig waren
- Zillionen von Kangaroos, Wallabies und Emus, ungefähr hälftig am Leben oder als Kadaver auf der Straße
Koalas
- 2 Shuffle-Nose-Rays, 1 Bull-Tail-Ray und sonstige Rays
- unzählige Schildkröten und Dugongs
- Riff-Haie
- Zillionen von Kakadus und sonstigen Sittichen
- 1 Entenküken, daß wir gerettet haben
- Pinguine, Pelikane, Kormorane
- Buckelwale, Delfine und Seelöwen
und vieles, vieles mehr.....
Kommentar Andreas, als ich frage, was ich denn nun zu Australien schreiben könnte: Wunderschönes Land, viel zu teuer und viel zu normal!
Den Zivilisation-Koller hatten wir ungefähr nach 8 Tagen: Hier waren wir Touristen- zuvor waren wir Reisende ;-).
Und nachdem hier nicht nur laut Statistik die meisten Touristen aus Deutschland kommen, hört man meist auch nur Englisch oder Deutsch. Selbst die Campervan Broschüre war in deutsch geschrieben.
Um diesem Umstand zu Umgehen haben wir meist „wild“ gecampt- sprich: Ziel war es, am Abend einen netten, ruhigen Stellplatz für unser Übergangshaus zu finden – der nicht auf einem Campingplatz lag, bevorzugt mit Blick auf 's Meer oder sonstwie nett!
Somit hatten wir mehrere „Fliegen“ mit einer Klappe geschlagen:
Ein Hauch von Abenteuer, anbetracht nächtlicher Toilettengänge im Giftschlangenland, 30 AUD pro Nacht für den Campingplatz gespart, unverbaute Sicht auf das Meer, und keine Party 19jähriger deutscher Abiturienten auf dem Campplatz nebenan, die gerade zum 100x ihr australisches „Travel und Work“ Visum befeiern!
Nicht zu erwähnen dabei die schönsten Sonnenuntergänge mit einem Glas australischen Weins (Lieblingswein bisher: Yellow Tail Carbanet Sauvignon) und morgens den Blick auf Kangaroos, die unseren Campervan inspizieren inklusive.
Das Schnorcheln am Ningaloo Riff war klasse, wenn auch unsere „ Manta Ray Tour“ sprichwörtlich ins Wasser fiel: 2% aller Manta Ray Touren sehen keine Manta Rays- und wir haben dazu gehört. Alternativ bot man uns dann unzählige Riffhaie, sonstigen Rays und die mit Abstand gigantischsten Korallenriffe an, die wir je gesehen haben ;-)).
Wie anfangs schon erwähnt haben uns die Fliegen im nördlichen Landesteil ganz heftig die Laune verdorben. Wenn wir auch gedacht hatten, die letzten 8 Monate hätten uns bezüglich „Getiers“ und anderen Unannehmlichkeiten abgehärtet, so wußten wir bis dato nicht, wie sehr diese kleinen Mistviecher einem das Leben schwer machen können. An dieser Stelle kurz meine aktuelle Reiselektüre von Paul Theroux „The Happy Isles of Oceania“ frei zitiert: „ Australier öffnen beim Reden nicht den Mund und sprechen aus Angst vor den Fliegen durch die Zähne!“
Nichtsdestotrotz „No worries“ - wie der gemeine Australier dazu nur sagen würde ;-)))
Anbetracht der Fliegenplage sind wir gen Süden geflüchtet. Dort deutlich weniger attackiert hat dann auch das Wandern wieder Spaß gemacht- von der ein oder anderen kreutzenden Giftschlange einmal abgesehen.
Und nun? Nun ist auch dieser Abschnitt zu Ende. Wir sind in Fremantle notgedrungen auf einem Campingplatz, haben unser Campmobil grundgereinigt und sind dabei, unsere 15 kg Rucksäcke zu packen. Morgen geht unser Flug nach Vanuatu via Sydney. Allein 5 Stunden fliegt man von Perth nach Sydney, die Dimensionen sind hier einfach ein klein wenig anders. Über Vanuatu wissen wir nicht viel, ausser das, was uns eben unser Lonely Planet „Pacific Islands“ -die Reiseführer-Bibel all unserer Vorbereitungen - darüber erzählt hat – wir sind gespannt
Freitag, 15. Oktober 2010
Nepal- Indien- und endlich am Meer!!!
Nepal ...haben wir abgekürzt: Zu viele Touristen- laut Travelagency allein 5000 jeden Tag auf dem Annapurna Trek, zu viele Kiddies- die zugedröhnt den ganzen Tag Party machen, egal ob die Zimmernachbarn die irrsinnslaute Musik mögen oder nicht, zu viel Regen- da der Monsoon noch nicht zu Ende ist und einfach- der Wunsch ans Meer zu kommen.
Das „Dasein Fest“ in Kathmandu zu Ehren der Kumari, die als Inkarnation der hinduistischen Götting Durga gilt, durften wir noch mitfeiern. Die Kumari- ein kleines Mädchen- wird im Säuglingsalter ausgewählt und bis zur 1. Mens als „Lebende Göttin“ angebetet. In dieser Zeit lebt sie in vollkommener Abgeschiedenheit in einem Palast in Kathmandu und zeigt sich ( oder besser: wird gezeigt) einmal im Jahr dem Nepalischen König samt Nepalis, tausenden anwesenden Touristen und Militär. Ein Spektakel der besonderen Art!
Mit dem Motorrad nach Pokhara zu fahren war abenteuerlich und nach den ersten 20 km wollten wir eigentlich wieder umkehren. Es ist eine Sache, nepalischen Verkehr gesichert aus einem Taxi oder Bus heraus zu erleben, es ist eine andere auf einem Zweirad mittendrin zu sein. Ultraschlechte Strassen, die aus aneinander gereihten Schlaglöchern mit intermittierenden Geröllfeldern bestehen, so daß man durch die überholenden Trucks ständig eingenebelt ist und der Staub zwischen den Zähnen knirscht, so hatten wir uns die Strecke nicht vorgestellt. Daß ständig Hunde, Kühe, Hühner, Wasserbüffel, Kinder oder sonstige unachtsame Menschen einem in regelmäßigen Abständen vors Moped springen, kennen wir von Indien und sind daran gut adaptiert. Daß wir aber am Tage vor unserer Abfahrt in der Zeitung lesen konnten, wie auf unserer ursprünglich geplanten Strecke zum Bardia Nationalpark ein Busfahrer zu Tode geprügelt und in einen Fluß geworfen wurde, da er ein 3 jähriges Mädchen überfahren hatte und nun die Strecke durch streikende Busfahrer bis auf weiteres komplett gesperrt ist, ließ doch gewisse Zweifel aufkommen, ob unsere Idee nicht eher eine Schnapsidee war.
Letzten Endes sind wir dann über Bandipur, einem kleinen, bisher noch nicht all zu touristischen, ursprünglichen Newari Dorf, nach Pokhara gefahren. Nach anfangs unendlich schlechten 30 km wurde die Strasse deutlich besser und die Fahrt entlang des Trisuli Flusses mit Reisterrassen, Bananenstauden zum Anhalten und selberpflücken, kleinen Dörfern, in die normalerweise kein Tourist kommt, mit Thalis ( Reis und 3 verschiedene Curries -lecker!) auf Bananenblatt für 1 EUR, haben uns dann doch wieder lachen lassen- halt eben eingestaubt von oben bis unten ;-)).
Knapp eine Woche und insgesamt 460 km waren wir mit dem „Radl“ unterwegs, bevor es die gleiche abenteuerliche Strecke nach Kathmandu wieder zurück ging.
Und mittlerweile?
Mittlerweile haben wir unsere Route nun bis zur Rückreise geplant und weitestgehend gebucht. Unsere Reisegeschwindigkeit wird sich etwas ;-) erhöhen- vorbei sind die Zeiten mit Hühnerbus und erdrutschbedingten Verspätungen.
Mittlerweile sind wir letzten Donnerstag nach Kalkutta/ Indien geflogen und auch die Ausreise aus Nepal geht in die Sammlung der skurrilen Kurzgeschichten der Grenzübergänge ein:
Wir legen gerade unsere Rucksäcke aufs Förderband des Gepäckscanners, als hinter uns 3 Männer versuchen einen doch etwas sperrigen Gegenstand durch die etwas engere Eingangstür des Terminals zu buchsieren. Beim genaueren Hinsehen gibt sich der „Gegenstand“ als Sarg zu erkennen. Nach initialem zweimal Hingucken müssen, fragt man sich zwangsläufig, ob der Sarg nun leer ist ( weil z.B. Korpus nach Kathmandu geflogen wurde um in den Ghats von Patupashinat verbrannt zu werden und der teure Sarg nun quasi recycelt und nach Kalkutta zurückgeflogen wird????) oder ob in dem Sarg, der da wie gesagt gerade Richtung Gepäckbeförderungsband samt Scan gefahren wird, tatsächlich ein Leichnam liegt????
Nach mehreren Versuchen gelingt es den 3 Männern mit Gestöhne und Gescheppere den Sarg irgendwie auf das Gepäckbeförderungsband zu heben. Mittlerweile hat sich eine kleine Menschentraube hinter dem Scan Monitor gebildet, nicht zu erwähnen, jeder bemüht, nicht all zu offensichtlich zu schmunzeln. Auch wir können ein Blick auf den Bildschirm erhaschen und in der Tat- Sarg plus Leichnam- fein säuberlich gescannt zwischen Koffern und Taschen!
Von Kalkutta aus ging es 28 Std. mit dem Coromandel Express Zug fast die gesamte Ostküste bis nach Chennai hinunter. Eigentlich wollten wir ja viel länger in Indien bleiben bzw. auf die Andamanen fliegen, aber wie schon in Nepal, hatte der verspätete Monsoon uns einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Und irgendwie hatten wir das Gefühl, so sehr, wie wir das asiatische Chaos lieben, fast 7Monate reichen jetzt erst einmal und wir sind reif für die Zivilisation- zumindest vorübergehend ;-)).
Gestern sind wir dann zum Schnäppchenpreis von 82 EUR nach Kuala Lumpur/ Malaysia geflogen. Und von hier geht es übermorgen für 182 Eur nach Perth/ Australien weiter, wo ein hoffentlich hübscher Campervan auf uns wartet, der uns entlang der Westküste zum Ningalooriff bringen soll. Und weitere 4 ½ Wochen später sitzen wir dann erneut im Flugzeug: Am 17.11. geht’s nach Port Vila/ Vanuatu, von wo aus wir Mitte Dezember mit kurzem Zwischenstop in Sydney, weiter nach Christchurch/ Neuseeland fliegen. Dort wartet hoffentlich erneut ein nettes „Übergangshaus“ in Form eines Campervans auf uns, der uns die Südinsel samt Pinguinen zeigen wird. Und da wir dann nunmal schon da „UNTEN“ in der Ecke sind und wir ja schließlich braungebrannt im Februar zu Hause ankommen wollen, hüpfen wir für 4 Wochen mit unserem Pacific Airpass auf die Cook Inseln ;-)) zu denen wir sonst bei einem regulärem Flugpreis von 4000 Eur pro Person ab Frankfurt sicherlich nicht so schnell fliegen würden!
Am 5.2. landen wir wieder in Auckland und einzig und allein der Rückflug muß noch dingfest gemacht werden. Sprich: In der 1. Februarwoche sind wir wieder zu Hause !
Ein Resümee nach 7 Monaten:
-nach 4 Monaten wollten wir frühzeitig nach Hause fliegen
-nach 7 Monaten bedauern wir, keine 18 Monate für die Reise geplant zu haben
-Budget: deutlich weniger ausgegeben als kalkuliert(weniger als 1000 Eur pro Person und Monat)
-Langzeit-Reisen ist anstrengender als gedacht
-Highlight: 5 Wochen Tajikistan- Abenteuer und Natur pur!
-Lowlight: Chinesische Präsenz in Tibet
-am Meisten geirrt haben wir uns bezüglich Uzbekistan: Soooo viele Touris!
-am Meisten positiv überrascht hat uns Südostanatolien: Einfach wunderschön und vor der Haustür!
-am Meisten genervt: Nepal mit seinen Massen an „deutschen Tourgruppen-Party-Teenies-pseudAdventurer- Drogen“- Touristen!
-Was uns am meisten fehlt? Unsere Freunde und Familie- die uns kennen!
-Was uns anstrengt: Neue Bekanntschaften, die ein Gespräch mit "Wie heißt ihr, woher kommt ihr, was macht ihr beruflich, wie lange reist ihr, wo seid ihr gewesen und wohin wollt ihr?" anfangen!
-Was wir kulinarisch am Meisten vermissen? Leckeren Pfälzer Wein
-Was wir noch vermissen? Unsere Couch- Platz der Ruhe!
-Zweifel, ob die Entscheidung 1 Jahr um die Welt zu reisen richtig war: Nein!
Mittwoch, 29. September 2010
Worüber wir heute gestolpert sind....
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte ...
von Jorge Luis Borges
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen,
ich wäre ein bischen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen,
ich würde nicht so gesund leben,
ich würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weisst,
aus diesen besteht nämlich das Leben.
Nur aus Augenblicken;
vergiss nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie ... ich bin 85 Jahre alt und weiss,
dass ich bald sterben werde.
Sonntag, 26. September 2010
Donnerstag, 23. September 2010
Abonnieren
Posts (Atom)